Geruchsschwelle
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Einleitung Der Geruchssinn ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Wahrnehmung und erfüllt neben hedonistischen auch wichtige Schutzfunktionen. Die sogenannte Geruchsschwelle beschreibt die niedrigste Konzentration eines Duftstoffes, die vom Menschen gerade noch wahrgenommen werden kann. Sie ist ein Maß für die Sensitivität des olfaktorischen Systems und spielt in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eine bedeutende Rolle, da Veränderungen der Geruchsschwelle häufig frühe Hinweise auf lokale oder systemische Erkrankungen liefern.
Definition und physiologische Grundlagen Unter der Geruchsschwelle versteht man die minimale Reizintensität, die notwendig ist, um eine bewusste Geruchswahrnehmung auszulösen. Sie ist individuell unterschiedlich und wird durch Alter, genetische Faktoren sowie Umweltbedingungen beeinflusst. Physiologisch beruht die hohe Empfindlichkeit des Geruchssinns auf der Bindung von Duftmolekülen an spezifische Rezeptoren im Riechepithel der Regio olfactoria. Die Signale werden über den Nervus olfactorius an den Bulbus olfactorius weitergeleitet und dort vorverarbeitet. Klinisch unterscheidet man: - Normosmie - Hyposmie - Anosmie
Diagnostik Die Bestimmung der Geruchsschwelle erfolgt in der Regel mithilfe standardisierter psychophysischer Tests. Besonders etabliert sind Schwellentests mit definierten Duftstoffen wie n-Butanol. Häufig werden diese mit Diskriminations- und Identifikationstests kombiniert, um ein umfassendes Bild der Riechleistung zu erhalten. Eine differenzierte Diagnostik ist essenziell, um zwischen peripheren und zentralen Ursachen zu unterscheiden.
Klinische Bedeutung Eine Erhöhung der Geruchsschwelle kann bei zahlreichen Erkrankungen auftreten. Häufige Ursachen sind entzündliche Veränderungen der Nasenschleimhaut, etwa bei chronischer Rhinosinusitis oder allergischer Rhinitis. Auch Schädel-Hirn-Traumata, neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson sowie postinfektiöse Zustände können die Geruchsschwelle deutlich beeinflussen.
Therapie und Fazit Die Behandlung richtet sich stets nach der zugrunde liegenden Ursache. Neben medikamentösen Ansätzen, insbesondere dem Einsatz von topischen oder systemischen Kortikosteroiden, hat sich das strukturierte Riechtraining als effektive Maßnahme etabliert. Insgesamt stellt die Geruchsschwelle einen sensiblen Parameter dar, der sowohl diagnostisch als auch therapeutisch relevant ist.
Quellen: Hummel T et al. Olfactory testing: review. Chemical Senses. 2017. Boenninghaus & Lenarz: HNO-Heilkunde. Springer.