Farbrauschen
Englisch: color bruit, tissue vibration artifact
Definition
Das Farbrauschen ist ein Artefakt der Farbdopplersonographie, bei dem es zu einem Übergreifen von Farbsignalen auf das perivaskuläre Gewebe kommt. Ursache ist in der Regel ein turbulenter Blutfluss, wie er insbesondere bei Gefäßstenosen, arteriovenösen Fisteln oder Shunts auftritt. Dieses Artefakt besitzt diagnostischen Nutzen, da es auf pathologische Strömungsverhältnisse hinweisen kann.
Hintergrund
Turbulenter Blutfluss erzeugt Vibrationen der Gefäßwand sowie des angrenzenden Weichteilgewebes. Diese Gewebsschwingungen führen zu einem messbaren Dopplerfrequenzshift, obwohl sich kein Blut außerhalb des Gefäßlumens befindet.
Bildbefund
In der Farbdoppler-Darstellung sieht man typischerweise fleckige, unscharf begrenzte Farbsignale außerhalb des eigentlichen Gefäßlumens. Die Farbinformationen bestehen häufig aus einer Mischung von Rot- und Blautönen, was auf schnelle Richtungswechsel der Dopplerfrequenzen hinweist. Das Artefakt tritt bevorzugt distal von Stenosen oder im Bereich pathologischer Kurzschlussverbindungen auf.
Klinische Relevanz
Im Gegensatz zu vielen anderen Ultraschallartefakten ist Farbrauschen ein nützliches diagnostisches Hinweiszeichen. Er erleichtert die Lokalisation hämodynamisch relevanter Stenosen sowie anderer Ursachen turbulenter Blutströmung und kann gezielt zur weiteren fokussierten Untersuchung eingesetzt werden.
Eine Abgrenzung zu anderen Sonographie-Artefakten wie dem Aliasing oder Blooming ist wichtig.
Literatur
- Botz B, Bell D, Color bruit artifact. Reference article, Radiopaedia.org, https://doi.org/10.53347/rID-74471, zuletzt besucht 23.01.2026.
- Ammar Hindi, Cynthia Peterson, Richard G Barr. Artifacts in diagnostic ultrasound. (2013) Reports in Medical Imaging. 6: 29. doi:10.2147/RMI.S33464.