Epley-Manöver
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Loslegennach dem US-amerikanischen Arzt John M. Epley (1930–2019)
Synonyme: Lagerungsmanöver nach Epley, Lagerungsübung nach Epley
Definition
Das Epley-Manöver ist ein therapeutisches Lagerungsmanöver, das bei Vorliegen eines benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels (BPLS) angewendet wird. Es dient der Entfernung von Otolithen aus dem posterioren Bogengang.
Hintergrund
Der BPLS entsteht durch Otolithenpartikel, die sich der Schwerkraft folgend in 90 % der Fälle im posterioren Bogengang und in 10 % im horizontalen Bogengang ablagern. Da die Otolithenpartikel eine höhere Dichte als die Endolymphe aufweisen, können gezielte Kopfbewegungen sie relativ zur Schwerkraft auf nicht-invasive Weise vom Bogengang zurück in den Utriculus befördern.
Durchführung
Vor der Durchführung wird die Beweglichkeit der Halswirbelsäule geprüft. Das Epley-Manöver erfolgt in folgenden Schritten:[1]
- Der Patient sitzt aufrecht auf einer Liege. Der Kopf wird um 45° zur betroffenen Seite gedreht.
- Unter Beibehaltung dieser Kopfdrehung wird der Patient zügig in Rückenlage gebracht. Der Kopf wird dabei unterstützt und um etwa 20 bis 30° nach hinten geneigt (Reklination). Hierbei können vorübergehend ein Lagerungsschwindel und ein torsioneller, aufwärts schlagender Nystagmus auftreten.
- Anschließend wird der Kopf bei weiterhin bestehender Reklination um 90° zur nicht betroffenen Seite gedreht. Er befindet sich nun in einer Drehstellung von 45° zur nicht betroffenen Seite.
- Der Patient wird auf die nicht betroffene Seite gerollt. Der Kopf wird mitgeführt, sodass das Gesicht anschließend schräg nach unten zum Boden zeigt.
- Abschließend wird der Patient aus der Seitenlage langsam wieder aufgesetzt, ohne zuvor in die Rückenlage zurückzurollen.
Die Lagerungspositionen in den Schritten 2 bis 4 werden jeweils mindestens 30 Sekunden und gegebenenfalls länger gehalten, bis der ausgelöste Schwindel und Nystagmus abgeklungen sind.
Hinweis: Nach sorgfältiger Anleitung kann das Manöver vom Patienten mehrmals täglich, jeweils dreimal hintereinander, wiederholt werden, bis kein Lagerungsschwindel mehr auslösbar ist.[1] Nach dem Epley-Manöver werden keine routinemäßigen Haltungsbeschränkungen empfohlen. Eine aufrechte Position für 24 bis 48 Stunden ist nicht erforderlich.[2]
Nebenwirkungen
Während und nach dem Manöver können vorübergehend Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, kurzzeitige Gleichgewichtsstörungen sowie Kreislaufreaktionen mit Benommenheit oder Ohnmacht auftreten.[3][4] Selten kann es zu einer Kanalumwandlung kommen, bei der Otolithen in einen anderen Bogengang, meist den horizontalen Bogengang, verlagert werden und dann weitere Lagerungsmanöver erforderlich sind.[4]
Kontraindikationen
Das Manöver sollte bei relevanten Erkrankungen oder Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule nicht ohne fachliche Prüfung durchgeführt werden.[3][4] Weitere Kontraindikationen bzw. besondere Vorsicht bestehen bei vertebrobasilärer Insuffizienz, Karotisstenosen oder instabiler kardiovaskulärer Situation.[3][2]
Literatur
- Wolfgang Stoll: Schwindel und Gleichgewichtsstörungen; 4. Auflage; Thieme Verlag.
- Berlit: Klinische Neurologie; 3. Auflage; Springer Verlag.
- Universitätsklinikum Regensburg Lagerungsmanöver nach Epley, abgerufen am 10.03.2021
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 DEGAM: S2k-Leitlinie Schwindel in der Hausarztpraxis, AWMF-Registernummer 053-018, Version 2.5, Stand 28.02.2025, abgerufen am 30.09.2026
- ↑ 2,0 2,1 Bhattacharyya et al., Clinical Practice Guideline: Benign Paroxysmal Positional Vertigo (Update), Otolaryngology–Head and Neck Surgery, 2017
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Brown, Epley maneuver, StatPearls, NCBI Bookshelf, 2024
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Alghadir, Best practice assessment and management of benign paroxysmal positional vertigo, Frontiers in Neurology, 2025