Endorektalspule
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Definition
Eine Endorektalspule ist eine spezielle Empfangsspule, die bei der Magnetresonanztomographie in den Enddarm eingeführt wird. Sie dient der signalnahen Erfassung von MRT-Signalen aus anatomischen Strukturen des kleinen Beckens, insbesondere der Prostata. Durch die unmittelbare Lagebeziehung zur Prostata kann eine hohe räumliche Auflösung erzielt werden.
Hintergrund
Endorektalspulen werden vor allem im Rahmen der Prostata-MRT, aber auch bei Verdacht auf Endometrium- und Vulvakarzinom eingesetzt.[1][2] Dabei liegt die Spule ähnlich wie eine Ultraschallsonde transrektal direkt der untersuchten Strukturen an. Häufig erfolgt die Untersuchung in Kombination mit externen Oberflächenspulen, um sowohl eine hohe Signalqualität als auch eine ausreichende Abdeckung des Untersuchungsgebietes zu erreichen.
Die Endorektalspule verbessert insbesondere das Signal-Rausch-Verhältnis in unmittelbarer Nähe zur Prostata und anderer Strukturen im kleinen Becken. Dadurch können anatomische Details, Kapselgrenzen und benachbarte Strukturen differenzierter dargestellt werden. Sie wurde unter anderem zur lokalen Beurteilung des Prostatakarzinoms, etwa bei Verdacht auf extrakapsuläres Wachstum oder Samenblaseninfiltration, eingesetzt und zeigte dort eine Überlegenheit gegenüber dem konventionellen MRT bei der Ermittlung des T-Stadiums. [3]
Untersuchungstechnik
Vor der Untersuchung wird die Endorektalspule vorsichtig in den Enddarm eingeführt. Anschließend werden hochauflösende MRT-Sequenzen der Prostata angefertigt. Die Untersuchung kann Teil einer multiparametrischen Prostata-MRT sein, bei der morphologische Sequenzen mit funktionellen Verfahren wie Diffusionsbildgebung und dynamischer Kontrastmitteluntersuchung kombiniert werden. Je nach Fragestellung kann zusätzlich ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel intravenös appliziert werden.
Bei modernen MRT-Systemen, insbesondere bei 3-Tesla-Geräten mit leistungsfähigen Oberflächenspulen, wird die Endorektalspule nicht mehr in allen Zentren routinemäßig eingesetzt. Ihr Nutzen wird daher abhängig von Fragestellung, Gerätetechnik und lokalen Standards bewertet.
Quellen
- ↑ Pegios, W., Bentas, W., Wittmann, L., Mack, M. G., Zangos, S., Söllner, O., ... & Vogl, T. J. (2003, December). Kernspintomographisches Staging des Prostatakarzinoms mittels kombinierter Endorektal-Body-Phased-Array-Spule und histopathologische Korrelation. In RöFo-Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren (Vol. 175, No. 12, pp. 1660-1666). © Georg Thieme Verlag Stuttgart· New York.
- ↑ Breyer, U. (2010). Kernspintomographische Diagnostik des Endometrium-und Vulvakarzinoms mittels endorektaler Spule.
- ↑ Nicolas, V., Beese, M., Keulers, A., Bressel, M., Kastendieck, H., & Huland, H. (1994, October). MR-Tomographie des Prostatakarzinoms-Vergleich konventionelle und endorektale MRT. In RöFo-Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren (Vol. 161, No. 10, pp. 319-326). © Georg Thieme Verlag Stuttgart· New York.
Literatur
- Krueger, S. A. (2012). Untersuchungen zur Bestimmung topografieabhängiger Abbildungsgenauigkeiten der Magnetresonanztomografie mit endorektaler Spule in der Diagnostik des Prostatakarzinoms (Doctoral dissertation, Dissertation, Tübingen, Universität Tübingen, 2007).