Duodenokolischer Reflex
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LoslegenDefinition
Der duodenokolische Reflex bezeichnet eine gesteigerte Kolonmotilität als Reaktion auf eine Dehnung und Füllung des Duodenums. Es besteht eine enge Verwandtschaft mit dem gastrokolischen Reflex.
Mechanismus
Die Dehnung des Duodenums führt über enterische Nervenbahnen sowie vagale und sympathische Signalwege zu einer gesteigerten Motilität des Kolons.
An dieser Signalkaskade sind möglicherweise unter anderem Cholezystokinin und Serotonin beteiligt, die bei Kontakt des Duodenums mit Nahrungsfetten und und saurem Chymus freigesetzt werden und über vagale Afferenzen gastrointestinale Reflexe modulieren. Der genaue Beitrag dieser Botenstoffe speziell zum duodenokolischen Reflex ist nicht abschließend geklärt.
Klinische Relevanz
Der duodenokolische Reflex trägt gemeinsam mit dem gastrokolischen Reflex zum postprandialen Stuhldrang bei, da die Kolonmotilität nach Nahrungsaufnahme über entsprechende neurohumorale Reflexmechanismen gesteigert wird.
Veränderungen der duodenokolischen (bzw. allgemeiner der duodeno-kolonischen) Motilitätsantwort wurden bei einzelnen Patienten mit Reizdarmsyndrom beschrieben; eine gesicherte kausale oder diagnostisch relevante Assoziation mit Reizdarmsyndrom oder chronischer Obstipation besteht nach aktueller Datenlage jedoch nicht.
Quellen
- Santucci NR, Velez A. Physiology of lower gastrointestinal tract. Alimentary Pharmacology & Therapeutics. 2024.
- Giralt M, Vergara P. Inhibition by CCK of ascending contraction elicited by mucosal stimulation in the duodenum of the rat. Neurogastroenterology and Motility. 2000.