Curaçao-Kriterien
Definition
Die Curaçao-Kriterien sind klinische Diagnosekriterien zur Erkennung der hereditären hämorrhagischen Teleangiektasie (Morbus Osler). Sie ermöglichen eine Einteilung in „gesichert“, „wahrscheinlich“ oder „unwahrscheinlich“ und damit eine frühe klinische Diagnose noch vor genetischer Bestätigung.
Kriterien
Vier Merkmale werden bewertet:
- Spontane, wiederkehrende Epistaxis
- Sichtbare Teleangiektasien an typischen Stellen wie Lippen, Mundschleimhaut, Fingern oder Nase.
- Nachweis von arteriovenösen Fehlbildungen in Organen, insbesondere:
- zerebrale vaskuläre Malformationen (CVM)
- hepatische vaskuläre Malformationen (HVM)
- pulmonale arteriovenöse Malformationen (PAVM)
- gastrointestinale Beteiligung
- Erstgradig betroffene Verwandte mit gesicherter Erkrankung.
Bewertung
- Drei oder vier Kriterien: Diagnose gesichert.
- Zwei Kriterien: Erkrankung wahrscheinlich.
- Weniger als zwei Kriterien: Erkrankung unwahrscheinlich.
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Letzter Edit:
04.02.2026, 15:25
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