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Credé-Prophylaxe

nach Carl Siegmund Franz Credé (1819-1892), deutscher Gynäkologe und Geburtsmediziner
Synonym: Credé'sche Prophylaxe

1 Definition

Die Crede-Prophylaxe wird unmittelbar nach der Geburt zur Verhinderung einer möglichen Übertragung von Gonokokken von der Mutter auf das Kind durchgeführt. Sie dient dazu, die Entstehung einer gonorrhoischen Augeninfektion (Gonoblennorrhoe bzw. Gonokkoken-Konjunktivitis) zu unterbinden.

2 Vorgehen

Das klassische Vorgehen besteht darin, einige Tropfen 1-2%iger Silbernitrat-Lösung (AgNO3) in den Konjunktivalsack des Säuglings einzubringen. Diese Methodik ist in Deutschland seit 1992 nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben. Aufgrund der gründlichen vorgeburtlichen Untersuchungen und des geringen Anteil an Gonokokken-infizierten Schwangeren wird heute oft ganz auf die Prophylaxe verzichtet.

In Verdachtsfällen kann die Credé-Prophylaxe jedoch nach wie vor sinnvoll sein. Da Silbernitrat-Lösung stark schleimhautreizend ist, werden heute in der Regel antibiotikahaltige Augentropfen (Erythromycin) oder 2,5%ige Povidon-Iod-Lösungen verwendet, die auch gegen die wesentlich häufigeren Chlamydien-Infektionen wirksam sind.

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