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Arbeitsgedächtnis

Englisch: working memory

1 Definition

Das Arbeitsgedächtnis ist eine Struktur zur kurzfristigen Speicherung und Manipulation von Informationen.

2 Struktur

Das Arbeitsgedächtnis basiert laut Baddeley auf dem Zusammenwirken dreier Strukturen:

  • der phonoligischen Schleife
  • dem visuell-räumlichen Notizblock und
  • der zentralen Exekutive

2.1 Phonologische Schleife

Die phonologische Schleife ist für akustische und artikulatorische Aspekte der Information zuständig. Durch "subvokales Wiederholen" (inneres, stummes Sprechen) wird die Information für maximal 2 Sekunden in der Schleife zum Aussprechen bereit gehalten. Werden die Wörter innerhalb von 2 Sekunden nicht ausgesprochen, zerfallen in der phonologischen Schleife die Repräsentationen und sind nicht mehr verfügbar.

Laut dem Wortlängeneffekt können Wörter mit wenigen Silben einfacher gespeichert werden, als solche mit vielen Silben. Im Resultat kommt es hierbei auf die eigentliche Aussprechdauer der Wörter.

2.2 Visuell-Räumlicher Notizblock

Der visuell-räumliche Notizblock prozessiert visuelle Information. Hier scheinen 2 parallele Verarbeitungsmodalitäten am Werk zu sein. Ein Verarbeitungspfad fokussiert auf die Beschaffenheit und Struktur der Objekte und der andere setzt diese Informationen in räumliche Zusammenhänge.

Dieser duale Mechanismus wird auch durch die neurophysiologische Forschung untermauert: Die visuelle Wahrnehmung läuft in 2 Pfaden:

2.3 Zentrale Exekutive

Die zentrale Exekutive hat als eine übergeordnete Instanz primär Kontrollaufgaben. Sie entscheidet, für welche Informationseinheiten die Kapazitäten besetzt werden und welche parallel laufenden und somit konkurrierenden Prozesse inhibiert werden, damit die Handlung mit höchster Priorität initiert wird.

Die zentrale Exekutive steuert die Aufmerksamkeit und agiert als Filter, der nur handlungsrelevante Informationen ins Arbeitsgedächtnis durchlässt. Das neuronale Korrelat der zentralen Exekutive ist der präfrontale Kortex mit seinen multimodal vernetzten Assoziationsarealen.

3 Klinik

Menschen mit Läsionen des präfrontalen Kortex haben Einbuße in den exekutiven Funktionen und daraus resultierend Probleme mit dem Arbeitsgedächtnis.

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