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Anastomoseninsuffizienz

Englisch: anastomotic insufficiency

1 Definition

Unter einer Anastomoseninsuffizienz versteht man die mangelnde Dichtheit einer chirurgisch geschaffenen Hohlorgan- oder Gefäß-Anastomose. Sie gilt als postoperative Komplikation.

2 Ätiologie

Als Ursachen kommen eine intraoperative Fehlanlage, sowie insbesondere bei gastrointestinalen Anastomosen eine entzündungs- oder ischämiebedingte Nahtinsuffizienz in Frage.

3 Formen

3.1 Anastomoseninsuffizienz im Gastrointestinaltrakt

Der Übertritt von Magen- oder Darminhalt in die freie Bauchhöhle birgt eine lebensgefährliche Entzündungsgefahr des Bauchfells (Peritonitis). Sie kann frühzeitig

  • durch Schmerzen und beginnende Entzündungssymptome (Fieber, Anstieg der Entzündungsparameter) oder
  • durch Veränderung (Stuhlbeimengung) des Wundsekretes, das über eine im Operationsgebiet platzierte Drainage abgeleitet wird

erkannt werden.

Die Ursache der Anastomoseninsuffiziens wird in Durchblutungsstörungen und Entzündungen der anostomosierten Darmenden vermutet. Die beschriebenen Symptome treten häufig vom 3. bis 10. Tag postoperativ auf. Die Diagnosesicherung erfolgt durch die Abdomensonographie und andere bildgebenden Verfahren (CT, MRT), mit deren Hilfe Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum nachgewiesen werden können.

Komplikationen der Anastomoseninsuffizienz sind Abszesse, Peritonitis und im schlimmsten Fall eine Sepsis.

3.2 Anastomoseninnsuffizienz des harnableitenden Systems

Auch eine Leckage im harnableitenden System kann zur Ausprägung einer Peritonitis mit oben genannter Symptomatik führen. Diagnostisch gelten dieselben Maßgaben.

3.3 Anastomoseninsuffizienz des Gefäßsystems

Hierbei steht der Blutverlust im Vordergrund, der unbehandelt in einen lebensbedrohlichen hämorrhagischen Schock übergehen kann. Der Laborbefund zeigt entsprechend Anzeichen einer Blutungsanämie.

4 Therapie

Die Therapie einer Anastomoseninsuffizienz erfordert die chirurgische Abdichtung der Leckage.

Fachgebiete: Chirurgie, Urologie

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