Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Toxoplasma gondii

1 Definition

Toxoplasma gondii ist ein weltweit vorkommender, intrazellulärer Gewebsparasit und Erreger der Toxoplasmose. Der Erreger ist obligat zweiwirtig. Die sexuelle Vermehrung findet im felinen Endwirt statt. Die asexuelle Vermehrung des Erregers erfolgt in Zwischenwirten. Als Zwischenwirt können nahezu alle Säugetiere dienen.

2 Entwicklungszyklus

Nach der Aufnahme der Toxoplasmen durch den Verzehr infizierter Beute findet in den Darmepithelzellen die geschlechtliche Vermehrung des Erregers statt. Aus einer Oozyste entwickeln sich zwei Sporozysten mit je vier bogenförmigen Sporozoiten, die aktiv die Darmepithelien durchdringen, Zellen des retikuloendothelialen Systems befallen und sich dort durch Endodyogenie teilen. Es entstehen zwei Tochterzellen in einer Mutterzelle. Nach Freisetzung sind sie in Blut, Lymphe und Liquor nachweisbar. Sie infizieren als Endo- oder Tachyzoiten Körperzellen aller Organe sowie das zentrale Nervensystem und die Skelettmuskulatur. Mit einsetzender Immunantwort verlangsamt sich dieser Prozess. Die Erreger werden in diesem Stadium Bradyzoiten oder Zystozoiten genannt und Leben in befallenen Zellen weiter, wo sie Pseudozysten mit Tausenden von Bradyzoiten bilden, die den Wirt nicht schädigen, jedoch lebenslang infektiös bleiben.

Wenn durch Nachlassen der Immunität bei Sekundärerkrankungen, Schwangerschaft oder Alterungsprozessen die Bradyzoiten in den Pseudozysten nicht mehr supprimiert werden, kann es zu endogen reaktivierter Infizierung kommen. Mit den Fäzes werden bis zu 10 Millionen unreife Oozysten als Dauerform von Toxoplasmose gondii ausgeschieden, die in 48-72 Stunden zu infektiösen Toxoplasmen heranreifen.

3 Erregernachweis

Antikörpernachweis mittels Immunfluoreszenz (IFT), indirekter Hämagglutination, Immunosorbent-Agglutinationsassay (ISAGA) und EIA. Eine akute Infektion kann mikroskopisch nachgewiesen werden (Giemsafärbung oder markierte Antikörper).

4 Therapie

Pyrimethamin® in Kombination mit Sulfonamiden (Sulfadiazin®) oder Spiramycin®.

Fachgebiete: Mikrobiologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

10 Wertungen (2.9 ø)
Teilen

30.768 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: