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Peloid

gr.: pelos - Schlamm

1 Definition

Peloid ist ein Begriff aus der Karbonatpetrographie, der Beschreibung von Kalksteinen im Dünn- und Anschliff. Die Definition bezeichnet rundliche, ovale bis leicht längliche, mikritische oder kryptokristalline Körner in der Größenordnung von 50 bis 500 μm mit oder ohne Internstruktur (je nach Definition). Peloide sind aufgrund ihre Größe und Struktur nur in Dünnschliffen unter dem Mikroskop zu erkennen.

2 Peloidtherapie

Für die Peloidtherapie werden Peloide, also Schlämme oder Heilerden, als Heilmittel verwendet. Diese werden mit Wasser vermischt und für Bäder oder Packungen benutzt. Die Peloidtherapie wird bei unterschiedlichen Krankheitsbildern angewendet, u.a. bei Osteoporose, Rheuma, Nervenentzündungen, Arthrose, Verletzungen und Unfallfolgeerscheinungen, Rehabilitation nach orthopädischen Operationen oder auch bei Gicht.

3 Unterteilung

Man unterscheidet organische und anorganische Peloide. Die gebräuchlichsten Peloide sind:

4 Wirkung

Die Wirkstoffe der Peloide durchdringen teilweise die Haut, wirken entzündungshemmend und antiviral. Bei der Anwendung kombiniert mit Massagen sollen sie auch reflektorisch auf innere Organe wirken. Die Wirksamkeit als Heilmittel des Peloids muss durch wissenschaftliche Gutachten nachgewiesen werden. In den meisten Fällen ist die Peloidtherapie eine Wärmetherapie, somit werden die Stoffe vor der Anwendung erhitzt.

Die Konsistenz und die Wärmespeicherfähigkeit der Peloide hängen vom jeweiligen Wassergehalt ab. Je höher der Wassergehalt, desto höher auch die Wärmeleitfähigkeit und desto geringer die Wärmespeicherfähigkeit (da Wasser das leitfähigere Medium darstellt). Die höchste Wärmespeicherfähigkeit haben Heilerde und Badetorf, welche einen Wasseranteil von ca. 30 % besitzen. Fango und Lehm haben eine etwas geringere Speicherkapazität, ihr Wasseranteil liegt bei 40-45 %. Die geringste Speicherfähigkeit besitzt ein Moorbad, es besteht zu 95 % aus Wasser.

5 Geschichte

Naturmoore wurden teilweise bereits in der frühen Neuzeit von Kranken aufgesucht, allerdings gab es zu dieser Zeit noch keine medizinische Therapie. An welchem Ort tatsächlich das erste Moor-Heilbad eröffnet wurde, ist umstritten.

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