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Minimal invasive Chirurgie

Synonym: videointrakavitäre Chirurgie, Schlüssellochchirurgie
Abkürzung: MIC

1 Definition

Die minimal invasive Chirurgie unterscheidet sich von der konventionellen Chirurgie durch die endoskopische minimal invasive Zugangsart und den Einsatz spezieller Instrumente und Techniken. Grundsätzliches Ziel der minimal invasiven Chirurgie ist die Reduktion des Traumas beim Zugang und bei der Operation. Im weitesten Sinne ist jedes Verfahren, welches minimale Traumen und Narben setzt als minimal invasive Chirurgie zu betrachten.

2 Vorgehen

Der chirurgische Eingriff wird nicht unter direkter Sicht und offen, sondern durch Anlage mehrerer Trokare und Einführung eines Endoskops mit speziellen Instrumenten unter Sicht auf den Monitor durchgeführt. Zusätzlich können Eingriffe unter Bildkontrolle durch intraoperative Durchführung von Computertomographien und anderer Verfahren aus der Radiologie durchgeführt werden.

Gängige Verfahren zur endoskopischen Darstellung von Körperhöhlen während eines operativen Eingriffes sind Laparoskopie und Thorakoskopie. Diese können zunächst auch zur Diagnostik genutzt und bei Bedarf durch Anbringen weiterter Trokare zur Einführung von Instrumenten zur laparoskopischen Operation erweitert werden.

Beispiele für sehr gut laparoskopisch durchführbare Operationen sind:

3 Besonderheiten

Die minimal invasive Chirurgie weist einige Besonderheiten auf, die bei der Durchführung der Eingriffe zu beachten sind.

3.1 Gasinsufflation

Der Platz zwischen Bauchdecke und den Organen muss in der Regel durch die Insufflation von Gas und damit verbundene Aufblähung des Bauches geschaffen werden. Als Insufflationsmedium wird zumeist Kohlendioxid verwendet.

3.2 Optik

Die Sicht auf den Operationssitus erfolgt über einen Monitor. Dadurch ist die Orientierung zweidimensional und erfordert vom Chirurgen ein erhöhtes Maß an räumlichem Vorstellungsvermögen. Auf manuelle Palpation muss daher verzichtet werden. Teilweise ausgeglichen wird dieses Defizit durch die mit modernen Endoskopen erreichbare vergrößerte und hochauflösende Darstellung.

3.3 Instrumentarium

Die Instrumente und Apparate unterscheiden sich von denen der konventionellen Chirurgie, da sie aufgrund der besonderen Situation von aussen unter Monitorsicht gesteuert werden müssen. Die Instrumente und Geräte unterliegen derzeit (2005) einer ständigen Verbesserung. Beispielsweise wird in der laparoskopischen Chirurgie zur Präparation ein Ultraschalldissektor genutzt.

4 Kontraindikationen

Die minimal invasive Chirurgie besitzt generell eine Reihe von Kontraindikationen, bei denen auf die offene Vorgehensweise ausgewichen werden muss:

5 Komplikationen

Die für den jeweiligen Eingriff spezifischen Komplikationen sind denen bei der offenen Vorgehensweise ähnlich. Daneben bestehen für die minimal invasive Chirurgie allgemeine Komplikationsrisiken:

  • beim Einbringen der Trokare kann es zu Blutungen und Perforationen kommen
  • durch die Insufflation und damit verbundene Druckerhöhung kann es zur Aufblähung der Haut (Hautemphysem), kardialen, hämodynamischen und respiratorischen Komplikationen kommen.

6 Pro und Contra

Die minimal invasive Chirurgie hat prinzipiell drei große Vorteile:

  • schnelle Rekonvaleszenz nach der Operation
  • bessere kosmetische Ergebnisse
  • erhöhter Komfort für den Patient

Nachteile sind:

  • größerer technischer Aufwand
  • teilweise höhere Kosten und erhöhter Zeitbedarf

Für die Zukunft ist durch Verbesserung von Instrumentarium und Operationstechnik eine noch weitere Zunahme der Verbreitung und Möglichkeiten der minimal invasiven Chirurgie als sicher zu betrachten.

siehe auch: LESS-Chirurgie

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