Autoimmunität
Englisch: autoimmunity
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Unter Autoimmunität versteht man die Unfähigkeit eines Organismus, seine Strukturbestandteile als "körpereigen" zu erkennen. Dies führt zu einer pathologischen Produktion von Antikörpern gegen körpereigene Moleküle bzw. körpereigenes Gewebe, die sich als Autoimmunerkrankung manifestiert.
2 Entstehung [bearbeiten]
Die Entstehung von Autoimmunität ist noch nicht vollständig geklärt. Man vermutet zwei verschiedene Mechanismen.
2.1 Strukturelle Ähnlichkeit [bearbeiten]
Man mutmaßt, dass körperfremde Antigene körpereigenen Antigenen ähneln, so dass im Rahmen der spezifischen Immunantwort produzierte Antikörper auch körpereigene Antigene schädigen.
2.2 Fehlregulation während der Lymphozytenreifung [bearbeiten]
Weiterhin ist es möglich, dass autoreaktive Zellen nicht, wie es sonst üblich ist, während der Lymphozytenreifung durch Makrophagen zerstört werden, sondern erhalten bleiben.
3 Beispiele für Autoimmunität [bearbeiten]
3.1 Organspezifische Autoimmunerkrankungen [bearbeiten]
3.1.1 Myasthenia gravis [bearbeiten]
Bei der Myasthenia gravis produziert der Körper Antikörper gegen Acytylcholinrezeptoren. Dadurch kommt es zu Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen. Therapiert wird diese Erkrankung durch Acetylcholinesterase-Hemmer und Immunsupressiva.
3.1.2 Morbus Basedow [bearbeiten]
Beim Morbus Basedow kommt es zur Produktion von Antikörpern, die gegen den TSH-Rezeptor gerichtet sind. Da die Wirkung der Antikörper der des TSHs ähnelt, werden T3 und T4 vermehrt synthetisiert. Es resultiert die Merseburger Trias mit Exophthalmus, Tachykardie und Struma.
3.2 Nicht-organspezifische Autimmunerkrankungen [bearbeiten]
3.2.1 Lupus erythematodes [bearbeiten]
Der Lupus erythematodes ist durch die Produktion von Antikörpern gegen die körpereigene DNA gekennzeichnet. Behandelt wird diese Erkrankung vor allem mit Immunsuppressiva.
Fachgebiete: Immunologie
Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.
