Synonym: Proximale Tibiagelenkfraktur


Die Tibiakopffraktur ist ein Knochenbruch (Fraktur) des Schienbeins (Tibia) im Bereich des Scheinbeinkopfes (Caput tibiae).
ICD10-Code: S82.18
Die Tibiakopffraktur ereignet sich meist durch ein Trauma. In der Regel liegt dabei ein Sturz aus großer Höhe auf das Bein vor. Dabei entstehen enorme Stauchungskräfte entlang der Längsachse zwischen Femur und Tibia, durch welche die Femurkondylen den Tibiakopf imprimieren und seitlich absprengen können.
Ansonsten kann auch eine direkte Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk selbst, z.B. bei schweren Autounfällen durch den Anprall unter dem Armaturenbrett, die Ursache sein.
Dem Auge des Arztes bietet sich eine enorme Schwellung mit Hämatom. Die Bewegung im Kniegelenk ist schmerzhaft eingeschränkt bis unmöglich. Auch bei einfacher Palpation haben die Patienten Schmerzen. Außerdem kann noch eine Krepitation nachweisbar sein.
Bei nicht-dislozierten Spaltbrüchen lässt man das Bein für einen Monat in einer Gipsschiene. Mit anschließender Physiotherapie kann das Bein nach 8 bis 12 Wochen wieder voll belastet werden.
Die Kniegelenspunktion bei Hämarthros ist auch therapeutisch wichtig.
Alle dislozierten Frakturen werden obligat operativ versorgt.
Kondylenfrakturen werden mittels Plattenosteosynthese mit T-Abstützplatte versorgt.
Impressionsfrakturen über 3 mm müssen angehoben bzw. mit Spongiosa unterfüttert werden, das man aus einem Knochenfenster an einer anderen Stelle gewinnt. Dann bringt man zwei Abstützschrauben ein.
Impressions-Depressionsbrüche werden auch unterfüttert, dann aber mit einer T-Platte versorgt.
Trümmerfrakturen müssen mit einem Fixateur externe behandelt werden.
Es ist essentiell, dass die Gelenkfläche der Tibia nach der Reposition wieder präzise - gemäß ihrer natürlichen Anatomie - rekonstruiert wird
Nach der Operation sollte das Kniegelenk für ca. 3 Monate mit Physiotherapie und einer Bewegungsscheine entlastet, aber auch wieder frühfunktionell mobilisiert werden.




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