Wirkstoffhaltiges Pflaster
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Englisch: medicated plaster, medicated patch
Definition
Ein wirkstoffhaltiges Pflaster ist ein Pflaster, das einen Wirkstoff enthält, der durch den Kontakt mit der Haut eine lokale Wirkung ausübt. Im Gegensatz zu den transdermalen therapeutischen Systemen (TTS, transdermale Pflaster) steht die lokale Wirkung im Vordergrund. Eine Aufnahme des Arzneistoffs in den Blutkreislauf und systemische Nebenwirkungen sind dadurch jedoch nicht ausgeschlossen.[1]
Hintergrund
Das Europäische Arzneibuch unterscheidet wirkstoffhaltige Pflaster („Plasters, medicated“, Monographie 3032) von kutanen und transdermalen Pflastern, die gemeinsam in der Monographie „Patches“ (1011) behandelt werden. Diese Neuordnung gilt seit dem 1. Juli 2021.[2]
Meistens enthalten wirkstoffhaltige Pflaster schützende oder keratolytische Wirkstoffe. Beispiele sind Hühneraugenpflaster, welche die keratolytisch wirksame Salicylsäure enthalten, oder Capsaicin-haltige Pflaster, welche eine wärmende und hyperämisierende Wirkung haben. Sie bestehen meist aus einer Adhäsivschicht (Klebeschicht), in welcher der Arzneistoff verteilt ist, und einer Abdeckschicht.
Weiterentwicklungen sind Pflaster, die zur Lokalanästhesie vor kleinen chirurgischen Eingriffen eingesetzt werden. Diese sind mit einer Metallschicht abgedeckt, die wasserdampfundurchlässig ist und dadurch okklusiv wirkt. Hierdurch quillt die Haut auf, wodurch sie den Wirkstoff besser aufnehmen kann. Daneben wird eine Wirkstoffkombination verwendet, die bei Raumtemperatur schmilzt und ein öliges Gemisch ergibt. Aufgrund dieser Effekte können die Lokalanästhetika mehrere Millimeter in die Haut penetrieren und diese betäuben.[1]
Weitere Beispiele für wirkstoffhaltige Pflaster sind solche mit Diclofenac zur lokalen Schmerzstillung, 5-Fluoruracil zur Therapie von lichtbedingten Verhornungsstörungen.
Anwendung
Wirkstoffhaltige Pflaster werden auf saubere, trockene und unverletzte Haut aufgebracht.[3] Das Pflaster darf nur entsprechend den Angaben des jeweiligen Präparats angewendet werden; einige Präparate sind ausschließlich zur Anwendung auf intakter Haut bestimmt und sollen nicht beim Baden oder Duschen getragen werden.[3] Je nach Produkt kann eine vorgegebene Tragedauer bestehen, nach deren Ablauf das Pflaster zu entfernen und zu ersetzen ist.[3] Ein Zerteilen ist nur zulässig, wenn dies für das jeweilige Produkt ausdrücklich vorgesehen ist.[3] Nach dem Entfernen ist das Pflaster so zu entsorgen, dass Kinder und Haustiere keinen Zugang erhalten; gebrauchte Pflaster sollen nicht unkontrolliert im Haushalt verbleiben.[3]
Literatur
- Bauer, Frömmig, Führer: Pharmazeutische Technologie. Mit Einführung in die Biopharmazie. 10. Auflage, Stuttgart 2017
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Fachinformation Emla Pflaster, Stand Februar 2022, abgerufen am 01.10.2026
- ↑ EDQM: European Pharmacopoeia Commission adopts revised dosage form monographs on patches and medicated plasters, 29.09.2020, abgerufen am 01.10.2026
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Voltaren 24 Stunden Schmerzpflaster 140 mg wirkstoffhaltiges Pflaster, abgerufen am 01.10.2026