Wait-and-Scan-Strategie
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LoslegenSynonyme: Wait and Scan
Englisch: wait-and-scan strategy, observation
Definition
Die Wait-and-Scan-Strategie bezeichnet ein konservatives Behandlungskonzept, bei dem zunächst auf eine aktive Therapie verzichtet und der Krankheitsverlauf unter ärztlicher Verlaufskontrolle durch regelmäßige klinische und bildgebende Kontrollen überwacht wird.
Der Begriff wird insbesondere beim Vestibularisschwannom verwendet. Hier erfolgt die Verlaufskontrolle vor allem mittels MRT und audiologischer Untersuchungen.
Hintergrund
Die Entscheidung für oder gegen diese Strategie sowie ein etwaiger Wechsel zu einer aktiven Behandlung erfolgt durch den behandelnden Arzt in Abstimmung mit dem Patienten.
Eine Wait-and-Scan-Strategie kommt insbesondere bei kleinen, asymptomatischen oder nur gering symptomatischen Vestibularisschwannomen infrage. Hintergrund ist, dass ein Teil dieser Tumoren über längere Zeit keine oder nur eine geringe Größenzunahme zeigt.
Bei relevantem Tumorwachstum, zunehmender Symptomatik oder anderen ungünstigen Verlaufsmerkmalen wird die Indikation zu einer aktiven Behandlung erneut geprüft. Als Therapieoptionen stehen insbesondere die stereotaktische Radiochirurgie und die operative Resektion zur Verfügung.
Die genannte Evidenz bezieht sich spezifisch auf das Vestibularisschwannom, für das die Wait-and-Scan-Strategie am besten untersucht ist.
Neuere Daten zum Vestibularisschwannom deuten darauf hin, dass ein beginnendes Tumorwachstum nicht in jedem Fall eine sofortige aktive Behandlung erfordert: Bei sorgfältig ausgewählten Patienten kann ein gewisses Wachstum toleriert und die Beobachtung zunächst fortgesetzt werden, bevor die Indikation zu einer aktiven Therapie gestellt wird ("Size Threshold Surveillance").[1]
Einzelne Untersuchungen zum Vestibularisschwannom weisen darauf hin, dass die Wait-and-Scan-Strategie im Vergleich zur stereotaktischen Radiochirurgie tendenziell mit einem besseren Hörerhalt und einer günstigeren tumorspezifischen Lebensqualität einhergehen kann; die Evidenzlage hierzu ist jedoch noch begrenzt.[2] Insgesamt nimmt beim Vestibularisschwannom die Wahrscheinlichkeit eines erhaltenen Hörvermögens unter alleiniger Beobachtung mit zunehmender Beobachtungsdauer ab.[3]
Die Entscheidung zwischen Beobachtung und aktiver Behandlung richtet sich unter anderem nach Tumorgröße und -wachstum, Symptomatik, Hörfunktion, Alter und individuellen Patientenfaktoren.
Quellen
- ↑ Marinelli et al., Introducing an Evidence-Based Approach to Wait-And-Scan Management of Sporadic Vestibular Schwannoma: Size Threshold Surveillance, Otolaryngol Clin North Am, 2023
- ↑ Brito et al., Hearing preservation and quality of life in small to medium sized vestibular schwannomas after a wait and scan approach or stereotactic radiosurgery: a systematic review and meta-analysis, Acta Neurochir (Wien), 2024
- ↑ Khandalavala et al., Hearing Preservation in Observed Sporadic Vestibular Schwannoma: A Systematic Review, Otol Neurotol, 2022