Urikosurie
Englisch: uricosuria
Definition
Urikosurie ist die Ausscheidung von Harnsäure über den Urin. Harnsäure entsteht als Abbauprodukt des Purinstoffwechsels und wird zu etwa 75 % renal ausgeschieden.
Physiologie
Harnsäure wird im Glomerulum frei filtriert und anschließend zu ca. 90 % wieder rückresorbiert. Die Rückresorption von Harnsäure aus dem Urin erfolgt über das Membranprotein Urat-Austauscher 1 (URAT1) an der apikalen Seite der proximalen Nierentubuluszellen.
Pharmakologie
Urikosurika (z.B. Probenecid) hemmen den Urat-Austauscher und erhöhen so die Ausscheidung der Harnsäure (Hyperurikosurie). Auch andere Substanzen (z.B. Losartan und SGLT2-Inhibitoren) hemmen URAT1 und führen so zu einer Hyperurikosurie. Folge ist ein erhöhtes Risiko für harnsäurehaltige Nierensteine.
Die meisten Diuretika, insbesondere Thiazide, fördern hingegen die Harnsäurerückresorption und führen zu einer Hypourikosurie. Folge ist ein erhöhtes Risiko für Gicht.
Literatur
- Guo et al., Mechanisms of urate transport and uricosuric drugs inhibition in human URAT1, Nat Commun, 2025
- Guo et al., Mechanisms of urate transport and uricosuric drugs inhibition in human URAT1 (PMC), Nat Commun, 2025
- Bertermann und Danso, Die Hyperurikosurie in Diagnostik und Metaphylaxe, in: Kaufmann (Hrsg.), Verhandlungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Springer, Berlin / Heidelberg, 1985