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Tibiotarsus (Geflügel)

1 Definition

Als Tibiotarsus bezeichnet man einen Knochen des Unterschenkels (Ossa cruris) beim Geflügel.

2 Anatomie

Bei den Vögeln verschmilzt im Zuge der Ontogenese die Tibia mit der proximalen Reihe der Tarsalknochen. Aufgrund seiner Größe dient der Knochen als alleinige Stütze des Unterschenkels. Die Fibula hat sich so weit zurückgebildet, dass sie nur mehr bis etwa zur Mitte des Unterschenkels reicht.

Am Tibiotarsus können drei Abschnitte und mehrere Strukturen beschrieben werden:

  • Extremitas proximalis tibiotarsi
  • Corpus tibiotarsi
  • Extremitas distalis tibiotarsi

2.1 Extremitas proximalis tibiotarsi

An der Extremitas proximalis tibiotarsi sind zwei Gelenkflächen ausgebildet: Eine kleinere und gewölbte Facies articularis lateralis sowie eine größere und plane Facies articularis medialis. Beide Gelenkflächen dienen der Artikulation mit den Femurkondylen (Condylus lateralis und medialis), wobei beide Flächen durch die Area interarticularis voneinander getrennt sind.

Am proximalen Tibiotarsus ist die hohe und schräg verlaufende Crista cnemialis cranialis und die etwas kürzere Crista cnemialis lateralis ausgeprägt. Beide Leisten werden durch den Sulcus intercristalis getrennt. In diesem Bereich befinden sich zusätzlich noch verschiedene Band- und Muskelgruben.

Abschnitt Knochenstruktur
Caput tibiae
  • Area interarticularis
  • Crista cnemialis cranialis
  • Crista cnemialis lateralis
  • Crista patellaris
  • Facies articularis lateralis
  • Facies articularis medialis
  • Facies articularis fibularis
  • Facies gastrocnemialis
  • Fossa flexoria
  • Fossa retropatellaris
  • Impressio ligamenti collateralis medialis
  • Incisura tibialis
  • Suclus intercnemialis

2.2 Corpus tibiotarsi

Das Corpus tibiotarsi ist im proximalen Drittel dreiseitig, im mittleren Drittel rundlich und im distalen Abschnitt queroval geformt.

Knochenstruktur
  • Facies caudalis
  • Facies cranialis
  • Linea extensoria
  • Lineae musculi fibularis (peronei)
  • Margo lateralis (s. Margo fibularis)
  • Margo medialis
  • Tuberositas poplitea

2.3 Extremitas distalis tibiotarsi

Die Kranialfläche des distalen Endstücks wird von einer deutlichen Längsrinne (Sulcus extensorius) eingedellt. Diese Längsrinne wird von einem Knochensteg (Pons supratendineus) quer überbrückt, sodass ein Canalis extensorius entsteht (Durchtritt der Sehnen der Zehenstrecker). Am distalen Ende befinden sich zwei Gelenkwalzen (Condylus lateralis und Condylus medialis), die durch einen Sulcus intercondylaris voneinander getrennt sind. Diese Rinne endet kranioproximal mit einer Rauhigkeit, die als Area intercondylaris bezeichnet wird und kaudal mit den Gleitflächen der Kondylen (Trochlea tibialis) zusammenfließt. Die Trochlea tibialis bildet die Gleitfläche für die Cartilago tibialis (Haltevorrichtung für die Sehne des Musculus gastrocnemius und die Zehenbeuger) dar.

Bei manchen Vogelarten ist ein Teil dieser Cartilago tibialis postnatal zum Os sesamoideum intertarsale verknöchert.

Abschnitt Knochenstruktur
Condylus lateralis
Condylus medialis
Epicondylus lateralis
  • Depressio epicondylaris lateralis
Epicondylus medialis
  • Depressio epicondylaris medialis
Incisura intercondylaris
  • Area intercondylaris
  • Impressio ligamenti intercondylaris
Sulcus musculi fibularis (peronei)
Trochlea cartilaginis tibialis
  • Cristae trochleae
  • Tuberculum retinaculi musculi fibularis (peronei)
  • Sulcus extensorius
  • Tuberositas retinaculi extensori
  • Pons supratendineus
  • Canalis extensorius

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juli 2020 um 19:18 Uhr bearbeitet.

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