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Superfötation

Synonym: Überbefruchtung, Doppelträchtigkeit
Englisch: superfetation

1 Definition

Unter einer Superfötation versteht man eine weitere Konzeption während einer bereits bestehenden Schwangerschaft. Dieses Phänomen wird hauptsächlich in der Tierwelt beobachtet, beim Menschen treten Superfötationen nur in seltenen Einzelfällen auf.

2 Hintergrund

Die Superfötation grenzt sich von der Superfekundation ab, bei der innerhalb eines Menstruationszyklus eine weitere Eizelle befruchtet wird und zweieiige Zwillinge entstehen. Eine tatsächliche Superfötation bei Säugetieren lässt sich u.a. bei Feldhasen, Katzen und Hunden beobachten.

Damit eine Superfötation entstehen kann, müssen einige Bedingungen erfüllt sein:

  • Es muss eine Ovulation während einer bestehenden Schwangerschaft ausgelöst werden - unter normalen Umständen wird während der Schwangerschaft eine Ovulation durch ein aktives, hormonproduzierendes Corpus luteum verhindert.
  • Die Samenflüssigkeit muss die Eizelle für die Befruchtung erreichen können. Bei den meisten Tierarten ist die Passage durch Zervix und Uterus während einer Schwangerschaft mechanisch blockiert und das Vordringen der Samenflüssigkeit bis zur Eizelle nicht möglich.[1]
  • Das Endometrium muss die zusätzliche Implantation einer Blastocyste erlauben. Dafür muss ausreichender Platz im Uterus vorhanden sein und eine entsprechende hormonelle Ausgangssituation bestehen.[2]

In den meisten Fällen, bei denen ein Verdacht auf eine Superfötation besteht, handelt es sich um eine Fehlinterpretation. Mögliche Verwechselungen bestehen bei:

3 Superfötation beim Tier

Superfötationen kommen vorrangig bei Katzen und Hunden vor, da bei diesen Tieren oftmals mehrere Follikel ovulieren. Da die Ovulation jedoch nicht immer gleichzeitig vonstatten geht, können die einzelnen Follikel über mehrere Tage (bis zu 3 Tage) hintereinander ovulieren. Wird die Kätzin oder Hündin in dieser Zeit mehrmals (vom gleichen oder auch anderen) Kater bzw. Rüden gedeckt, kommt es vor, dass sich mehrere befruchtete Eizellen im Uterus einnisten.

4 Superfötation beim Menschen

In der wissenschaftlichen Literatur wird das Phänomen der Superfötation beim Menschen nur vereinzelt beschrieben. Eine tatsächlich belegte Diagnose ist schwierig zu stellen, wodurch in den meisten Fällen höchstens ein Verdacht ausgesprochen wird.[3]

5 Literatur

  1. Isaac Blickstein (2003) Superfecundation and superfetation: lessons from the past on early human development, The Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine, 14:4, 217-219, DOI: 10.1080/jmf.14.4.217.219
  2. Roellig, K., Menzies, B.R., Hildebrandt, T.B. and Goeritz, F. (2011), The concept of superfetation: a critical review on a ‘myth’ in mammalian reproduction. Biological Reviews, 86: 77-95. https://doi.org/10.1111/j.1469-185X.2010.00135.x
  3. Pape O, Winer N, Paumier A, et al. [Superfetation: case report and review of the literature]. Journal de Gynecologie, Obstetrique et Biologie de la Reproduction. 2008 Dec;37(8):791-795. DOI: 10.1016/j.jgyn.2008.06.004.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. März 2021 um 19:57 Uhr bearbeitet.

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