Sportverletzung
Synonyme: Sporttrauma, Sportschaden
Englisch: sport injury
Definition
Als Sportverletzung bezeichnet man Verletzungen, die im Rahmen der Ausübung von Freizeit- oder Leistungssport entstehen. Dabei sind häufig bestimmte Verletzungsmuster typisch für einzelne Sportarten.
Hintergrund
Der menschliche Bewegungsapparat ist auf eine große Anzahl verschiedener Belastungsszenarien angepasst. Beim Sport können jedoch Belastungsspitzen auftreten, die im physiologischen Grenzbereich liegen. Die individuelle Belastungstoleranz ist dabei abhängig von Alter, Geschlecht und Trainingszustand.
Das Verletzungsrisiko wird neben der individuellen Belastbarkeit maßgeblich durch die Art der sportlichen Aktivität bestimmt. Insbesondere Kontaktsportarten und Sportarten mit hohen Beschleunigungs-, Rotations- oder Krafteinwirkungen weisen ein erhöhtes Risiko für akute Verletzungen auf. Ausdauersportarten sind dagegen häufiger mit Überlastungsschäden assoziiert.
Einteilung
...nach Auftreten
Grundsätzlich lassen sich Sportverletzungen in akute (z.B. Achillessehnenriss) und chronische Schäden (z.B. Tennisarm) unterteilen. Chronische Sportschäden begünstigen die Entstehung akuter Verletzungen.
...nach betroffenem Gewebe
Von Sportverletzungen können alle Strukturelemente des Bewegungsapparates sowie die Weichteile betroffen sein:
- Knochen (z.B. Frakturen, Knochenausrisse)
- Bänder (z.B. Bandruptur)
- Muskeln (z.B. Muskelfaserriss)
- Sehnen (z.B. Sehnenruptur)
Pathophysiologie
Akute Sportverletzungen entstehen durch mechanische Traumata oder Überlastung des Bewegungsapparats. Sie resultieren meist aus direkten Krafteinwirkungen oder abrupten Bewegungen (z.B. Rotation, Beschleunigung, Abbremsen) und führen so zu strukturellen Gewebeschäden, die meist Muskel- oder Kollagenfasern betreffen.
Chronische Sportschäden beruhen auf repetitiven Mikrotraumata bei unzureichender Regeneration. Dabei kommt es zu degenerativen Veränderungen von Sehnen, Muskeln oder Knochen (z.B. Tendinopathien). Pathophysiologisch spielen entzündliche Reaktionen, Gewebsüberlastung sowie eine gestörte Adaptation an Belastungsreize eine zentrale Rolle.
Beispiele
Häufige akute Sportverletzungen sind Kontusionen (Stauchungen), Distorsionen (Zerrungen), Luxationen (Verrenkungen), Rupturen (Risse) oder Frakturen (Brüche). Typische Beispiele sind:
- Außenbandruptur des Sprungelenks
- Kreuzbandruptur des Kniegelenks
Symptome
Die Symptome einer Sportverletzung sind vom Umfang und von der Art der Verletzung abhängig. Häufige Symptome sind:
Diagnostik
Die klinische Untersuchung umfasst die Inspektion des verletzten Areals im Seitenvergleich, die Palpation mit Prüfung des Druckschmerzhaftigkeit sowie verschiedene klinische Funktionstest (z.B. Schubladentest).
In unklaren Fällen werden bildgebende Verfahren wie Röntgen, Sonographie, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) hinzugezogen.
Therapie
Mit der Behandlung und Nachsorge von Sportverletzungen und Sportschäden befassen sich die Sportmedizin bzw. Sporttraumatologie und die Orthopädie.
Eine grundlegende Erstmaßnahme bei akuten Sportverletzungen ist die sogenannte PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern). Alternativ können die Akronyme PRICE oder POLICE angewendet werden.