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Pyrrolurie

Synonyme: Hämopyrrollaktamurie, Kryptopyrrolurie
Englisch: pyrroluria

1 Definition

Als Pyrrolurie wird eine Form der Porphyrinurie bezeichnet, bei der Hämopyrrollaktam mit dem Urin ausgeschieden wird. Der Krankheitswert dieser Stoffwechselveränderung ist in der wissenschaftlichen Literatur umstritten.[1] Wahrscheinlich handelt es sich um eine Pseudokrankheit.

2 Hintergrund

Die Pyrrolurie wird vor allem von Vertretern der orthomolekularen Medizin propagiert. Sie argumentieren, dass die Ausscheidung von Hämopyrrollaktam mit einer Depletion von Vitamin B6 und Zink einhergeht und so zu Beschwerden und Erkrankungen führt. Einen wissenschaftlich fundierten Beleg für diese Behauptung gibt es jedoch nicht.[1]

Die zugrunde liegende Genetik soll bei 5-10 % der mitteleuropäischen Bevölkerung vorliegen, ohne dass ein konkreter Gendefekt benannt wird. Durch eine Störung in der Hämsynthese soll es zur Bildung von abnormen Stoffwechselprodukten kommen. Insbesondere bei Belastung soll dadurch Hämopyrrollaktam ausgeschieden werden. Auch erworbene Formen der Pyrrolurie, ausgehend von einem gestörten Stoffwechsel der Arachidonsäure, sollen existieren.

Eine unbehandelte Pyrrolurie soll auch zu einer Reihe von Autoimmunerkrankungen, vor allem der Schilddrüse, führen. Auch die Entwicklung einer Zöliakie und Störungen im Hormonhaushalt werden auf die Pyrrolurie zurückgeführt, ohne dass der zugrundeliegende Pathomechanismus bekannt ist.

3 Symptomatik

Unter anderem werden folgende Symptome der Pyrrolurie zugeordnet:

  • Hypermobilität der Gelenke
  • Beckeninstabilität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Licht-, Geräusch- und Schmerzüberempfindlichkeiten

4 Diagnostik

Diagnostische Maßnahmen umfassen die Untersuchung des Sammelurins auf Pyrrole und Bestimmung von Schilddrüsen-Autoantikörpern und Gluten-IgA.

5 Therapie

Eine Therapie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht notwendig.[1] Die Verfechter der Erkrankung empfehlen eine Substitution der durch "Mehrausscheidung" verlorenen Vitamine und Spurenelemente, also Zink, Mangan und Vitamin B6.

6 Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 RKI: Die (Krypto-)Pyrrolurie in der Umweltmedizin: eine valide Diagnose? Mitteilung der Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2007 · 50:1324-1330 DOI 10.1007/s00103-007-0340-5; online publiziert: 5. Oktober 2007

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Februar 2020 um 16:30 Uhr bearbeitet.

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