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Perspiratio insensibilis

Synonym: extraglanduläre Wasserabgabe
Englisch: insensible perspiration

1 Definition

Unter der Perspiratio insensibilis versteht man den unmerklichen Wasserverlust über die Schleimhäute, die Atmung und die Haut - ohne sichtbare Schweißbildung.

Das sichtbare Schwitzen wird demgegenüber als "Perspiratio sensibilis" bezeichnet.

2 Berechnung

Die Berechnung und das Ausmaß der Perspiratio insensibilis werden in der Fachliteratur sehr unterschiedlich angegeben. Die Werte schwanken von 300 ml bis 1.000 ml. Einigkeit besteht nur darüber, dass die Perspiratio insensibilis bei Säuglingen und Kleinkindern aufgrund ihrer relativ größeren Körperoberfläche eine größere Rolle spielt.

Nach einer verbreiteten Faustformel scheidet der Körper des Erwachsenen pro Tag rund 10 ml/kgKG pro 24 Stunden aus, d.h. bei einem Gewicht von 70 kg etwa 700 ml Flüssigkeit. Die genaue Menge ist abhängig von den Umgebungsbedingungen, der körperlichen Aktivität, der Atemfrequenz, der Körpertemperatur und der Stoffwechsellage. Ist die Umgebungsluft z.B. vollständig mit Wasserdampf gesättigt, ist die respiratorische Perspiratio insensibilis (Wasserabatmung) gleich null.

Da die Perspiratio insensibilis bei Tachypnoe und Fieber deutlich gesteigert sein kann, sollte sie bei der Flüssigkeitsbilanzierung berücksichtigt werden. Pro 0,1 Grad Temperaturerhöhung über 38°C können etwa 0,5 ml/kgKG pro 24 Stunden zum Basiswert addiert werden.

3 Quellen

  • Basislehrbuch Innere Medizin, Renz-Polster & Krautzig, 4. Auflage 2008, Urban & Fischer Verlag
  • Lange A: Physikalische Medizin. 1. Auflage, 2012. Springer Verlag

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