Palipraxie
von altgriechisch: παλίν ("pálin") - rückwärts, zurück; πρᾶξῐς ("prâxis") - Handlung
Englisch: palipraxia
Definition
Der Begriff Palipraxie bezeichnet die unwillkürliche, meist zwanghafte Wiederholung eigener motorischer Handlungen, die unmittelbar zuvor ausgeführt wurden. Die wiederholten Bewegungen erfolgen ohne funktionale Zielsetzung und entziehen sich der bewussten Kontrolle.
Hintergrund
Palipraxie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein neurologisches Symptom aus dem Bereich der perseverativen Bewegungsstörungen. Sie wird vor allem bei Erkrankungen mit frontaler oder frontostriataler Beteiligung beobachtet, etwa im Rahmen neurodegenerativer, vaskulärer oder anderer struktureller Hirnerkrankungen. Pathophysiologisch wird eine Störung inhibitorischer Kontrollmechanismen angenommen, wodurch einmal initiierte motorische Programme nicht adäquat beendet werden können. Begrifflich steht Palipraxie in enger Nähe zur Palilalie, die eine entsprechende perseverative Wiederholung sprachlicher Äußerungen beschreibt. Die klinische Bedeutung ergibt sich primär aus ihrer diagnostischen Einordnung im Kontext der zugrunde liegenden neurologischen Störung.