Neuralfalte
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LoslegenSynonyme: Neuralwulst, Plica neuralis
Englisch: neural fold
Definition
Die Neuralfalte ist eine paarige embryonale Gewebestruktur, die sich im Verlauf der 3. Entwicklungswoche während der Neurulation bildet. Die beiden Neuralfalten entstehen durch Hebung der lateralen Ränder der Neuralplatte und begrenzen beidseits die Neuralrinne. Durch ihre Verschmelzung formt sich im weiteren Verlauf das Neuralrohr.
Embryologie
Aufbau
Jede Neuralfalte besteht aus zwei Schichten: Innen liegt das Neuroektoderm der Neuralplatte, außen das angrenzende Oberflächenektoderm. Am Kamm der Neuralfalte, an der Grenze zwischen beiden Schichten, liegt die Neuralplattengrenze. Aus ihr gehen die Zellen der Neuralleiste hervor. Die kranialen Neuralfalten sind breiter und bilden die Anlage des Gehirns.
Verschmelzung
Die Neuralfalten nähern sich durch Faltung der Neuralplatte an Gelenkpunkten einander an. Ab etwa dem 22. Entwicklungstag berühren sie sich in Höhe der späteren Zervikalregion und verschmelzen von dort reißverschlussartig nach kranial und kaudal:
- Das Neuroektoderm beider Seiten fusioniert zum Neuralrohr.
- Das Oberflächenektoderm beider Seiten fusioniert darüber und bedeckt das Neuralrohr. Es wird später zur Epidermis.
- Die Zellen der Neuralleiste lösen sich während der Verschmelzung ab und wandern in den Embryo aus.
Die verbleibenden Öffnungen an den Enden schließen sich zuletzt: der Neuroporus anterior um den 25. Tag, der Neuroporus posterior gegen Ende der 4. Entwicklungswoche.[1]
Klinik
Verschmelzen die Neuralfalten nicht vollständig, entstehen Neuralrohrdefekte wie Anenzephalie oder Spina bifida.
Quelle
- ↑ Nikolopoulou et al. Neural tube closure: cellular, molecular and biomechanical mechanisms. Development. 2017;144(4):552-566.