Nephroprotektion
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LoslegenDefinition
Nephroprotektion bedeutet wörtlich "Nierenschutz". Der Begriff bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Erhalt der Nierenfunktion bzw. zur Verlangsamung der Progression einer akuten oder chronischen Nierenerkrankung (CKD).
Nephroprotektion umfasst sowohl medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Strategien. Das entsprechende Adjektiv lautet nephroprotektiv.
Therapieziele
Wichtigstes Ziel der Nephroprotektion ist eine Verlangsamung des GFR-Abfalls. Eine terminale Niereninsuffizienz und damit eine Dialysepflicht soll möglichst lange aufgeschoben werden. Im Zentrum der Maßnahmen stehen eine konsequente Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle sowie eine Reduktion der Proteinurie.
Pharmakotherapie
Nephroprotektive Arzneistoffe vermindern je nach Wirkmechanismus den intraglomerulären Druck, reduzieren die Albuminurie und hemmen entzündliche bzw. fibrotische Umbauprozesse der Niere.
Im klinischen Alltag kommen verschiedene Substanzen zum Einsatz, vor allem ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorantagonisten und SGLT2-Inhibitoren. Weiterhin können nichtsteroidale Mineralokortikoidrezeptorantagonisten (v.a. Finerenon) und GLP-1-Rezeptoragonisten als nephroprotektive Option bei Diabetes mellitus verordnet werden. Die Auswahl des passenden Therapeutikums ist von der Ursache der CKD und Albuminurie abhängig.
Allgemeinmaßnahmen
Allgemeinmaßnahmen sind:
- Kochsalzrestriktion
- Gewichtsreduktion
- Blutzuckerkontrolle
- Rauchstopp
- körperliche Aktivität
- ausreichende Hydratation
- Vermeidung von NSAR
- Vermeidung von Kontrastmittel-induzierten Nierenschäden
- Anpassung nephrotoxischer Medikamente
Literatur
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int. 2024 Apr;105(4S):S117-S314. doi: 10.1016/j.kint.2023.10.018. PMID: 38490803.