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Neandertaler

Synonyme: Neanderthaler, Homo neanderthalensis
Englisch: Neanderthals, Neandertals

1 Definition

Der Neandertaler, wissenschaftlich als Homo neanderthalensis bekannt, ist ein seit zirka 30.000 Jahren ausgestorbener Verwandter des heute lebenden Menschen (Homo sapiens). Er gehört zur Familie der Menschenaffen und zur Gattung Homo.

2 Evolutionsbiologie

Während und v.a. nach den Eiszeiten bzw. Zwischeneiszeiten entwickelte sich der Mensch weiter. So verändert sich die Schädelform, wobei das Gehirnvolumen deutlich über 1.200 ml anstieg. Dies war darauf zurückzuführen, dass sich die Ernährungsgewohnheiten der Vorgänger des Neandertalers (u.a. der Homo heidelbergensis) veränderten. Man geht davon aus, dass schon damals die Nahrungsbeschaffung nach dem Prinzip der Jäger-Sammler-Völker stattgefunden hatte, wobei die Frauen sammelten und die Männer jagten. Diese Aufteilung erforderte jedoch eine Absprache untereinander, sodass ein Selektionsdruck in Richtung einer besseren Sprach- und Denkfähigkeit bestand. Aufgrund dessen beschleunigte sich die Vergrößerung des Gehirnvolumens.

Durch diese Selektion entstanden in Europa die Voräufer des Neandertalers, woraus schließlich vor etwa 150.000 Jahren der Neandertaler selbst hervorging. So ist ein besonders gut erhaltener (vermutlicher) Vorläufer des Neandertales ein Fund von Steinheim/Murr (Württemberg), der als Homo steinheimensis bezeichnet wird. Der im Jahre 1933 gefundene Schädel ist mindestens 250.000 Jahre alt. An ihm sind kräftige Überaugenwülste sichtbar und weist ein deutlich größeres Gehirnvolumen als Homo erectus und Homo heidelbergensis auf.

Mittlerweile sind schon über 70 Fundstellen des Neandertalers in Europa, Vorder- und Zentralasien bekannt. Zahlreiche fast vollständige Skelette stammen aus Frankreich. Man konnte ihm Steinwerkzeuge eindeutig zuweisen diese als Mousterium-Kultur bezeichneten Utensilien an vielen weiteren Orten auffinden. Der Neandertaler war ein kräftiger, großgewachsener Mensch, der oft einen über 1.500 ml großen Schädelinhalt besaß. Seine Stirn besaß immer noch Überaugenwülste, die Nase war breit und ein Kinn fehlte. Vor rund 30.000 Jahren verschwand er jedoch spurlos aus Europa. Aus der anschließenden Zeit konnten nur noch Skelette des heutigen Menschen ausfindig gemacht werden.

3 Evolutionslinie

Man verglich die aus Knochen des Neandertalers gewonnene DNA mit jener des heutigen Menschen und fand heraus, dass der Neandertaler eine eigene Art gebildet hat und die Trennung von der Evolutionslinie zu Homo sapiens vor etwa 500.000 Jahren stattgefunden haben muss.

4 Literatur

  • "Lindner Biologie, Gesamtband" - Horst Bayrhuber et. al., Schroedel-Verlag, 23. Auflage

Fachgebiete: Biologie

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