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Magendrehung

1 Definition

Die Magendrehung erfolgt waehrend der Embryonalentwicklung und wird durch das unproportionale Wachstum der dorsalen Wand der Magenanlage hervorgerufen. Der Magen dreht sich 90° im Uhrzeigersinn und verlagert sich somit nach links, bzw. die grosse Kurvatur (die von dorsal kommt) liegt links.

2 Verlauf bei Hunden

Der Magen befindet sich anatomisch zwischen dem Oesophagus (Speiseröhre) und den Duodenum (dem Zwölffingerdarm), wozu er jeweils eine direkte Verbindung besitzt. Er stellt damit eine Art Verdickung zwischen zwei länglichen Objekten dar. Im Zuge eine Magendrehung kann es somit zu einem Verschluss (Obstruktion) des Magenausgangs kommen. Im Zuge der Verdauungsprozesse, die im Magen stattfinden, kommt es zur Ansammlung von Gärungsgasen, die durch die erfolgte Magendrehung und den einhergehenden Verschluss der zuführenden und weiterleitenden Strukturen nicht mehr durch Anus oder das Maul entweichen können. Folge ist eine Aufblähung bzw. Aufgasung (Tympanie) des Magens. Mit weiter fortschreitender Aufgasung und Ausdehnung kommt es irgendwann zur Kompression von nahegelegenen Blutgefäßen, Nerven, Lymphbahnen und des Zwerchfells. Es kommt zu einer immer dramatischeren Blutunterversorgung der Organe und es tritt rasch ein Kreislaufschock ein, der in vielen Fällen tödlich endet. Insbesondere bei Hunden kommt dieses gefährliche Phänomen relativ häufig vor und bedarf sofortiger tierärztlicher Intervention. Mit zunehmendem Alter und damit einhergehender größerer Dehnung der gesamten Strukturen steigt das Risiko einer Magendrehung.

3 Symptome

Das wichtigste Hauptsymptom ist das etwa ein bis zwei Stunden nach der letzten Fütterung plötzlich auftretende starke Aufblähen des Magens. Die Tiere weisen ein sehr unruhiges Verhalten auf und sitzen überdurchschnittlich viel und lange. In einigen Fällen versuchen die Hund, durch Erbrechen oder Stuhlgang die Beschwerden – meist vergeblich – loszuwerden. Der Bauchumfang vergrößert sich innerhalb kürzester Zeit sichtbar. Klinisch auffallend ist weiterhin eine immer größer werdende Teilnahmslosigkeit des Tieres, das nicht selten in einer Art Schocksymptomatik endet.

4 Diagnose

Die wichtigste und aussagekräftigste Diagnose stellt eine rechts anliegende Röntgenaufnahme dar. Durch die Verdrehung und Verschließung der zuführenden und ableitenden Kompartimente wirkt der Magen auf dem Röntgenbild optisch wie eine Art Zipfelmütze. Diese charakteristische Form des Magens tritt allerdings nur bei einer Magendrehung mit dem Uhrzeigersinn auf. Bei einer Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn ist dieses Phänomen nicht zu beobachten. Allerdings kommen Magendrehungen beim Hund gegen den Uhrzeigersinn ungleich seltener vor, als solche mit dem Uhrzeigersinn. Weiterhin sichtbar sein sollten eine Verlagerung des Darmes und der Milz nach hinten. Manchmal beobachtet der Tierarzt auch eine deutlich erkennbare Verjüngung der hintern Hohlvene am Durchtritt durch das Zwerchfell. Ist die Magendrehung bereits relativ lange geschehen und ist dadurch bereits ein Teil der Magenwand nekrotisch, kann ein Emphysem der Magenwand im Röntgenbild sichtbar sein.

5 Therapie

Die einzige effektive Therapie ist die chirurgische Korrektur der Magendrehung durch einen Tierarzt. Es erfolgt dabei zunächst eine Entgasung des Magens, ehe der Mageninhalt entfernt wird und die Drehung mit möglichst all ihren Folgen korrigiert wird.

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