Lacertus fibrosus (Veterinärmedizin)
Synonym: Aponeurosis musculi bicipitis (Veterinärmedizin)
Definition
Der Lacertus fibrosus ist ein Faserstreifen an den Vordergliedmaßen, der von der Sehne des Musculus biceps brachii ausgeht.
Anatomie
Im Muskelbauch des Musculus biceps brachii sind verschiedene sehnige Einlagerungen vorhanden (die meisten beim Pferd, die wenigsten bei Fleischfressern). Aus diesen Einlagerungen entsteht im distalen Drittel des Muskels der Lacertus fibrosus. Er ist rein sehnig, nicht kontraktil und verbindet sich mit der kraniomedialen Sehne des Musculus extensor carpi radialis.
Funktion
Der Lacertus fibrosus ist ein wichtiger Teil des passiven Stehapparates der Vordergliedmaße. Er unterstützt die passive Fixation des Karpalgelenks in Extensionsstellung. So verhindert er ein Einknicken der Gliedmaße, ohne dass aktive Muskelarbeit erforderlich ist.
Literatur
- Salomon F.V., Geyer H., Uwe G., Anatomie für die Tiermedizin. 4., aktualisierte und erweiterte Auflage; 2020 Georg Thieme Verlag Stuttgart,
- König H.E., Liebich H.G.; Anatomie der Haustiere: Lehrbuch und Farbatlas fürs Studium und Praxis, 8. Auflage, 2024 Georg Thieme Verlag Stuttgart