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Kugelfisch

Englisch: blowfish, pufferfish

1 Definition

Als Kugelfische bezeichnet man verschiedene Spezies von Fischen, zu denen Tetraodontidae, Arothron, Chelonodon, Fugu und Takifugu gehören. Sie werden besonders in Japan als Nahrungsmittel verwendet und haben durch das in ihren Organen enthaltene Gift Tetrodotoxin medizinische Relevanz.

2 Verbreitung

Kugelfische sind weltweit verbreitet, besonders in Gewässern zwischen den 45. Breitengraden. Sie bevorzugen üblicherweise Salzwasser in küstennahen Bereichen oder nahe von Riffs, werden aber auch in Süßwasser und Brackwasser angetroffen.

3 Biologie

3.1 Bewegung

Kugelfische sind schlechte Schwimmer, sie können sich nur langsam mit ihren relativ zu kleinen Brustflossen fortbewegen. Da auf diese Weise eine schnelle Flucht vor natürlichen Feinden nicht gewährleistet ist, blasen sich Kugelfische auch im Falle eines Angriffs auf, indem sie ihren elastischen Magen mit Wasser füllen. So erreichen die Fische eine fast sphärische Form - ihre vergrößerte Oberfläche ist mit kleinen Stacheln besetzt.

3.2 Toxizität

Als hauptsächlicher Schutzmechanismus wird jedoch das in vielen Organen der Kugelfische enthaltene Neurotoxin Tetrodotoxin (neben einigen anderen Toxinen) angesehen, das in der Lage ist, selbst in geringsten Mengen Natriumkanäle zu blockieren und damit neuromuskuläre Blockaden (vor allem zentrale oder periphere Atemlähmung) hervorzurufen.
Vor allem Hoden und Ovarien sowie die Leber und Gallenblase enthalten hohe Konzentrationen des Giftes, während Haut, Muskulatur und Blut nur geringe Giftspiegel aufweisen.

Das Toxin können Kugelfische nicht selbst produzieren, es entsteht aus Molekülen, die der Fisch über die Nahrung aufnimmt und die durch im Fisch enthaltene Bakterien unter anderem des Genus Pseudomonas modifiziert werden. Der genaue Biosynthesemechanismus ist bis heute unbekannt. In Gefangenschaft geborene Fische enthalten kein oder nur wenig Tetrodotoxin.

4 Lebensmittelhygiene

In weiten Teilen Japans ist das Fleisch von Kugelfischen besonders der Spezies Fugu (vor allem Fugu rubripes) eine Delikatesse. Aufgrund seiner hohen Gefährlichkeit darf es allerdings nur von lizenzierten Köchen zubereitet werden. Daneben existieren eine Reihe von Gesetzen und Bestimmungen, die den Verzehr von Kugelfischen regulieren. Besonders der Verzehr der Leber ist verboten, da sie selbst toxisch ist und schlecht von der hochgefährlichen Gallenblase getrennt werden kann.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kommt es immer wieder zu Todesfällen nach dem Verzehr von Kugelfischen. Aus historischen Gründen ist es bis heute der kaiserlichen Familie Japans untersagt, Fugu zu essen.

5 Pathologie

Der Genuss von Kugelfisch-Bestandteilen kann zum Krankheitsbild der Tetraodon-Vergiftung (Tetrodotoxin-Intoxikation) führen. Dabei kommt es üblicherweise innerhalb von 30 Minuten zu Parästhesien und Lähmungserscheinungen. Der Tod tritt bei ausreichender Toxinmenge innerhalb von 24 Stunden durch zentrale oder periphere Atemlähmung auf.

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Fachgebiete: Biologie, Toxikologie

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