Knochenkamm
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Definition
Ein Knochenkamm (lat. crista ossea) ist eine leistenartige, geradlinige Erhebung auf der Oberfläche eines Knochens. Als Teil der Knochenmorphologie dient er häufig als Ansatz- oder Ursprungsstelle für Muskeln, Sehnen und Bänder. Klinisch bedeutsam sind insbesondere der Alveolarkamm und der Beckenkamm (Crista iliaca).
Verlauf und Lokalisation
Knochenkämme finden sich am gesamten Skelett. Besonders relevant sind der Alveolarkamm und der Beckenkamm (Crista iliaca).
Histologie
Knochenkämme bestehen aus einem äußeren kortikalen Knochen (Kompakta) und einem inneren spongiösen Knochen (Spongiosa). Der Alveolarkamm wird zusätzlich von einem spezialisierten Faserknochen, dem Bündelknochen durchzogen, in den die Sharpey-Fasern des Desmodonts einstrahlen. Die Kortikalis eines gesunden Alveolarkamms ist radiologisch als dichte Linie (Lamina dura) erkennbar.
Embryologie
Der Alveolarkamm entsteht desmogen aus dem Mesenchym der Kieferfortsätze und differenziert sich in Abhängigkeit von der Zahnanlagenentwicklung. Der Beckenkamm hingegen entwickelt sich aus dem lateralen Mesoderm und verknöchert enchondral, die vollständige Verschmelzung der Wachstumsfuge erfolgt erst im frühen Erwachsenenalter (ca. 14.-25. Lebensjahr).
Funktion
Knochenkämme allgemein dienen häufig als Ansatz- oder Ursprungsstelle für Muskeln, Sehnen und Bänder.
Der Alveolarkamm fixiert und stabilisiert die Zahnwurzeln im Knochen. Er überträgt die beim Kauen einwirkenden Kräfte und schützt die periapikalen Strukturen.
Der Beckenkamm ist Ursprungsort zahlreicher Bauch- und Rückenmuskeln (z.B. M. latissimus dorsi, Mm.obliqi abdominis) und dient als anatomischer Orientierungspunkt sowie als häufige Entnahmestelle für autonomes Knochentransplantat.
Klinik
Parodontitis und Knochenverlust
Die Parodontitis führt zu einem horizontalen oder vertikalen Abbau des Alveolarkamms. Das Ausmaß wird radiologisch anhand des Abstands zwischen Schmelz-Zement-Grenze und Knochenkamm gemessen.
Implantologie
Für die Insertion mentaler Implantate ist ein ausreichend dimensionierter Knochenkamm Vorraussetzung.
Beckenkamm als Spenderregion
Aufgrund seines reichhaltigen Spongiosa-Anteils ist der Beckenkamm eine der wichtigsten Entnahmestellen für autologe Knochentransplantate in der rekonstruktiven Chirurgie.
Avulsionsfrakturen
Bei Jugendlichen kann es durch plötzliche Muskelzüge, zum Beispiel beim Sprinten, zu knöchernen Ausrissen am Beckenkamm auftreten., insbesondere an der Spina iliaca anterior superior.