Invertiertes Papillom
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LoslegenSynonyme: Schneider-Papillom, Ringertz-Tumor
Englisch: inverted papilloma
Definition
Das invertierte Papillom ist eine fakultative Präkanzerose in der Nase und den Nasennebenhöhlen. Es wächst oft nicht nur verdrängend, sondern auch destruktiv.
Epidemiologie
Das invertierte Papillom ist ein seltener Tumor der Nase und der Nasennebenhöhlen mit einer Inzidenz von etwa 0,6 bis 1,5 Fällen pro 100.000 Einwohner und Jahr. Es macht rund 0,5 bis 4 % aller primären Nasentumoren aus.[1][2] Es betrifft überwiegend Männer und wird typischerweise im 5. bis 6. Lebensjahrzehnt diagnostiziert.[2][3]
Ätiologie
Die genaue Ätiologie ist nicht gesichert. Diskutiert werden chronische Entzündung, Viren und lokale Reizfaktoren.[1][4] An der Entstehung und malignen Entartung ist möglicherweise das humane Papillomavirus (HPV) beteiligt. Ein kausaler Nachweis ist jedoch nicht gesichert.[4][3]
Pathologie
Das invertierte Papillom entsteht aus dem Schneider-Epithel der Nasenhöhle oder Nasennebenhöhle und ist histologisch durch ein endophytisches, in das Stroma einsprossendes Wachstum gekennzeichnet.[1][2] Bevorzugte Lokalisation ist die seitliche Nasenwand im Bereich des mittleren Nasengangs mit Ausbreitung in Siebbeinzellen und Kieferhöhle.[1] Typisch sind verdickte mehrschichtige Plattenepithelverbände mit anastomosierenden Strängen, Ribbons und Zellinseln, die von einer intakten Basalmembran umgeben bleiben.[1][2] Häufig finden sich Becherzellen, mukosale Zysten, Hyperkeratosen und squamöse Hyperplasie.[5]
Symptome
Typische Symptome sind:
- Einseitig behinderte Nasenatmung, evtl. Epistaxis
- Sekundäre Sinusitis mit Druckgefühl
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst:
Differentialdiagnosen
Wichtige Differentialdiagnosen sind entzündliche Nasenpolypen, andere Schneider-Papillome wie exophytische und onkozytäre Papillome sowie maligne Tumoren der Nase und Nasennebenhöhlen.[1][2] Insbesondere ein Plattenepithelkarzinom und andere sinonasale Karzinome müssen wegen der Möglichkeit einer malignen Assoziation ausgeschlossen werden.[1][2]
Therapie
Das invertierte Papillom wird vollständig operativ entfernt. Entscheidend ist eine am Tumoransatz orientierte Resektion mit gezielter Behandlung der Ansatzstelle, um das Rezidivrisiko zu senken.[6]
Nachsorge
Wegen möglicher Spätrezidive und einer metachronen malignen Transformation ist eine langfristige, möglichst lebenslange Nachsorge empfohlen. Sie umfasst regelmäßige endoskopische Kontrollen und bei endoskopisch nicht ausreichend einsehbaren Regionen eine MRT.[6]
Prognose
Literatur
- Behringer, S Das invertierte Papillom der Nase und Nasennebenhöhlen: Klinik, Diagnostik und Therapieergebnisse (Dissertation), 2006
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Sinonasal inverted papilloma: A case report and mini review ..., PMC4774299, 2016
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Sinonasal Inverted Papilloma and Squamous Cell Carcinoma: Contemporary Management and Patient Outcomes, PMC9102473, 2022
- ↑ 3,0 3,1 Inverted Sinonasal Papilloma: Update and Literature Review, AJMAH, 2023
- ↑ 4,0 4,1 Sinonasal Inverted Papilloma: A Narrative Review, PMC9701979, 2020
- ↑ Skull Base Inverted Papilloma: A Comprehensive Review, Wiley, 2012
- ↑ 6,0 6,1 Kuan et al., International Consensus Statement on Allergy and Rhinology: Sinonasal Tumors, International Forum of Allergy & Rhinology, 2024
- ↑ Sinonasal inverted papilloma: narrative review, PubMed 20388243, 2010