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Indirekte Titration

Englisch: indirect titration

1 Definition

Die indirekte Titration ist eine Form der Titration, die dann verwendet wird, wenn eine direkte Titration nicht möglich ist. Dies ist z.B. der Fall, wenn der Analyt zu instabil oder der direkte Nachweis mangels geeignetem Indikator nicht möglich ist.

2 Einteilung

Bei der indirekten Titration unterscheidet man zwei Formen:

  • Rücktitration: Die Probelösung wird mit einem bestimmten Volumen an Maßlösung vollständig umgesetzt, anschließend der nicht verbrauchte Teil der Maßlösung durch eine Titration bestimmt.
  • Substitutionstitration: Der zu bestimmende Stoff setzt zunächst einen anderen Stoff frei ("Substitut"), der dann rücktitriert werden kann.

3 Prinzip

Der Analyt wird mit einer geeigneten Hilfssubstanz aus der Probe entfernt. Geeignete Substanzen müssen dabei folgende Kriterien erfolgen:

  • klar definierte stöchiometrische Umsetzung
  • falls keine Fällung erfolgt, darf die Löslichkeit der Verbindung, welche den Analyten enthält nicht größer sein als die mit der Nachweisreagenz, da sie ansonsten wieder in Lösung geht und die Messung verfälscht.

Die Hilfssubstanz (HS) wird mit einer Maßlösung im Überschuss zugegeben. Im Gegensatz zum Analyt (A) lässt diese sich gut nachweisen. Es wird also der Überschuss an Hilfssubstanz bestimmt, woraus dann die Analytkonzentration errechnet werden kann:

  • HS (Gesamt) - HS (Überschuss) = A

4 Beispiel

Ein Beispiel einer indirekten Titration ist die Titration nach Volhard. Dabei werden Halogenide mit Silbernitrat als Hilfssubstanz quantitativ bestimmt:

  • Ag+ (aq) + NO3- (aq) + Y- (aq) → AgY (s)↓ + NO3- (aq)
  • Ag+ (aq) (Rest) + NO3- (aq) + SCN- (aq) + Fe3+(aq)→ AgSCN (s)↓ + NO3- (aq)

Falls kein Silber mehr vorhanden ist, entsteht Eisenthiocyanat, Fe(SCN)3, was die Lösung rot färbt und so den Endpunkt anzeigt.

5 Quellen

  • Harris, Daniel C. : Lehrbuch der quantitativen Analyse (8. Auflage), (Springer Verlag, 2014)

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Fachgebiete: Chemie

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