Humoralpathologie
von lateinisch: humor - Feuchtigkeit
Synonyme: Humorallehre
Definition
Bei der Humoralpathologie handelt es sich um eine historische, heute veraltete Krankheitslehre, die Erkrankungen auf eine gestörte Zusammensetzung verschiedener "Körpersäfte" zurückführt.
Hintergrund
Ein wesentlicher Bestandteil der Humoralpathologie ist die sogenannte Viersäftelehre, die in der Antike auf Hippokrates zurückgeht und durch Galen weiterentwickelt wurde. Sie wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts durch die zelluläre Theorie von Rudolf Virchow abgelöst. Die Humoralpathologie versteht Krankheiten als Ungleichgewicht ("Dyskrasie") der Körpersäfte und Gesundheit als ihr harmonisches Gleichgewicht ("Eukrasie").
Charakteristika
In der Humoralpathologie wurden Säfte, Primärqualitäten, Elemente und Charakteristika berücksichtigt. Auch die Jahreszeiten, sowie Lebensumstände (Alter, Herkunft) werden in den äußeren Ringen charakterisiert.
- Säfte: schwarze Galle, gelbe Galle, Blut und Schleim (Phlegma)
- Primärqualitäten: heiß versus kalt - trocken versus feucht
- Elemente: Erde, Luft, Feuer, Wasser
- Charakteristika: Choleriker (trocken und warm), Sanguiniker (warm und feucht), Phlegmatiker (kalt und feucht), sowie Melancholiker (trocken und kalt)
Therapeutisch wurden Methoden wie Aderlass, Schröpfen und Abführmittel bzw. Brechmittel verwendet, um die gestörte Zusammensetzung der Körpersäfte zu korrigieren.