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Frontoethmoidale Zelle

1 Definition

Frontoethmoidale Zellen sind pneumatisierte Knochenräume, die als Normvariante im Bereich des Sinus frontalis vorkommen. Sie weisen immer eine eigenständige hintere Wand auf, die Teil des Recessus frontalis und somit von der Schädelbasis getrennt ist.

2 Klassifikation nach Kuhn

Frontoethmoidale Zellen werden nach Kuhn in vier Typen eingeteilt:

  • Typ 1 (K1-Zelle): singuläre Zelle oberhalb einer Agger-nasi-Zelle. Die Zelle liegt unterhalb des Bodens des Sinus frontalis.
  • Typ 2 (K2-Zelle): mehrere Zellen auf Höhe von oder oberhalb einer Agger-nasi-Zelle. Sie liegen unterhalb des Bodens des Sinus frontalis. Die Spina nasalis ossis frontalis ("frontal beak") wird nicht überschritten.
  • Typ 3 (K3-Zelle): singuläre, große Zelle oberhalb einer Agger-nasi-Zelle. Pneumatisiert in den Boden des Sinus frontalis (oberhalb Spina nasalis) oder in diesen hinein (bis maximal 50 % der Höhe des Sinus frontalis). Der superiore Anteil inseriert an der Vorderwand des Sinus frontalis.
  • Typ 4 (K4-Zelle): singuläre, isolierte Zelle im Sinus frontalis und oberhalb einer Agger-nasi-Zelle. Die Ausdehnung beträgt über 50 % der Höhe des Sinus frontalis (im koronaren Bild). Der anteriore bzw. inferiore Anteil ist die Vorderwand oder der Boden des Sinus frontalis.

3 Abgrenzung

Frontoethmoidale Zellen müssen von anderen Normvarianten abgegrenzt werden:

  • Bulla frontalis: liegt oberhalb der Bulla ethmoidalis und reicht in den Sinus frontalis hinein. Ihre Rückwand ist die Schädelbasis, die Vorderwand ist eigenständig im Sinus frontalis lokalisiert. Im koronarem Bild kann sie nur schwer von einer K3- oder K4-Zelle differenziert werden, jedoch gut in der axialen und sagittalen Darstellung.
  • Pneumatisiertes Septum interfrontale: Die mediale Wand dieser Zellen stellt das Septum interfrontale dar. Sie drainieren meist in den Recessus frontalis.
  • Supraorbitale Zellen: luftgefüllte Hohlräume oberhalb der Orbita mit Ursprung im Recessus frontalis. Sie befinden sich weiter okzipital und lateral vom Sinus frontalis als die frontoethmoidalen Zellen. Der Hohlraum erstreckt sich bis hinter die Arteria ethmoidalis anterior, wobei der Durchtritt der Arterie an der pyramidenförmigen Struktur der Orbita erkennbar ist.
  • Suprabulläre Zellen: luftgefüllte Hohlräume oberhalb der Bulla ethmoidalis. Die obere Begrenzung bildet die Schädelbasis. Die Vorderwand reicht nicht über die Spina nasalis hinaus, sodass sie keinen unmittelbaren Kontakt zum Sinus frontalis aufweisen und nicht in das Lumen hineinreichen.

4 Klinik

Das Vorliegen von frontoethmoidalen Zellen spielt eine Rolle bei der Planung von endoskopisch-chirurgischen Eingriffen.

siehe auch: Nasennebenhöhlen-CT

Diese Seite wurde zuletzt am 9. Juli 2021 um 13:06 Uhr bearbeitet.

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