Fritz Frohse
Definition
Fritz Frohse war ein deutscher Anatom, der von 1871 bis 1916 lebte. Er beschrieb die Frohse-Fränkel-Arkade, eine sehnig-fibröse Struktur am proximalen Rand des Musculus supinator, durch die der Ramus posterior des Nervus radialis tritt und die daher klinisch als häufigste Engstelle dessen Endasts (Nervus interosseus posterior) gilt.
Vita
Frohse wurde 1871 in Salzwedel (Magdeburg) geboren und wirkte nach seiner medizinischen Ausbildung als Voluntär-Assistent, Prosektor und Privatdozent (Hochschullehrer) an der königlichen Anatomie der Charité in Berlin. Dort spezialisierte er sich auf die topographische Anatomie und die Variabilität des Bewegungsapparates.
Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine detaillierten anatomischen Sektionen sowie durch seine Werke zur Myologie und Neurologie der Extremitäten, die er oft gemeinsam mit dem Anatomen Max Fränkel verfasste (daher auch die Bezeichnung "Frohse-Fränkel-Arkade"). Seine anatomischen Zeichnungen, an denen auch sein Bruder Franz Frohse als Illustrator mitwirkte, bildeten die Basis für die weltweit verbreiteten "Frohse-Lehrtafeln" (American Frohse Anatomical Charts). Frohse verstarb 1916 im Alter von 45 Jahren.
Schriften
- Frohse, F.: Die Muskeln des menschlichen Armes. In: Bardeleben, K. von (Hrsg.): Handbuch der Anatomie des Menschen. Band 2, Abteilung 2, Teil 2. Fischer, Jena 1908.
- Frohse, F. & Fränkel, M.: Die Muskeln des menschlichen Beines. In: Bardeleben, K. von (Hrsg.): Handbuch der Anatomie des Menschen. Band 2, Abteilung 2, Teil B. Fischer, Jena 1913.
- Bockenheimer, P. & Frohse, F.: Atlas typischer chirurgischer Operationen: für Ärzte und Studierende. Fischer, Jena 1906.
Quellen
- Fischer, I. (Hrsg.): Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1932.