Dimensionale Diagnostik
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LoslegenEnglisch: dimensional assessment, dimensional diagnosis
Definition
Als dimensionale Diagnostik bezeichnet man in der Psychologie und Psychiatrie Untersuchungsmethoden, mit denen die Art und Schwere psychischer Merkmale oder Störungen graduell erfasst werden. Sie beschreiben die individuelle Ausprägung bzw. den Schweregrad einzelner Merkmale.
Hintergrund
Während die kategoriale Diagnostik die Frage beantwortet, ob eine Störung vorliegt, beschreibt die dimensionale Diagnostik, wie stark einzelne Merkmale ausgeprägt sind. Dadurch können auch subklinische oder gemischte Ausprägungen sowie fließende Übergänge zwischen Gesundheit und Krankheit systematisch erfasst werden. Die dimensionale Diagnostik eignet sich auch zur Verlaufsbeurteilung.
Anwendungsbeispiele
Beispiele für dimensionale Diagnostik:
- Erfassung von Symptomausprägungen mittels psychometrischer Skalen
- Alternatives Modell für Persönlichkeitsstörungen (AMPD) des DSM-5
- Persönlichkeitsstörungsmodell der ICD-11
Limitationen
Die Interpretation dimensionaler Befunde ist häufig komplexer als bei kategorialen Diagnosen. Zudem müssen diagnostische Schwellenwerte definiert werden, wenn aus dimensionalen Befunden therapeutische oder administrative Entscheidungen abgeleitet werden sollen.