D'Amico-Klassifikation
Synonym: D’Amico-Risikogruppen
Definition
Die D’Amico-Klassifikation ist ein klinisches System zur Risikostratifizierung von Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom. Sie dient der Abschätzung der Prognose sowie des Risikos eines biochemischen Rezidivs nach kurativer Therapie und unterstützt die Therapieplanung.
Hintergrund
Die Klassifikation basiert auf drei klinischen Standardparametern:
- PSA-Wert: Prostataspezifisches Antigen im Serum (ng/ml)
- Gleason-Score: Histologischer Differenzierungsgrad aus der Biopsie
- Klinisches T-Stadium (cT): gemäß TNM-Klassifikation
Einteilung
Die Patienten werden in drei Risikogruppen unterteilt. Die Zuordnung erfolgt anhand des jeweils ungünstigsten Parameters („highest risk feature“).
| Risikogruppe | PSA (ng/ml) | Gleason-Score | Klinisches Stadium (cT) | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| Niedrig (Low Risk) | < 10 | ≤ 6 | T1 - T2a | oft konservative Strategien wie die Active Surveillance |
| Intermediär (Intermediate Risk) | 10 – 20 | 7 | T2b | aktive lokale Therapie (OP oder Bestrahlung) |
| Hoch (High Risk) | > 20 | ≥ 8 | ≥ T2c | multimodale Therapie (z. B. Kombination aus Strahlentherapie und Hormonentzugstherapie). |
Quelle
- D'Amico AV et al. (1998): Biochemical outcome after radical prostatectomy, external beam radiation therapy, or interstitial radiation therapy for clinically localized prostate cancer. JAMA. 1998 Sep 16;280(11):969-74. doi: 10.1001/jama.280.11.969.
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Letzter Edit:
24.04.2026, 12:59
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