Cornell-Kriterien
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engl. Cornell voltage criteria
Definition
Die Cornell-Kriterien sind ähnlich wie der Sokolow-Index ein Werkzeug in der Elektrokardiographie (EKG). Sie dienen dazu, das Risiko für eine Linksherzhypertrophie (LVH) zu erkennen. Durch das Cornell Duration Product kann die Sensitiviät noch weiter erhöht werden. Zur sicheren Bestätigung und Ausmaßbeurteilung einer LVH ist jedoch die Echokardiographie der Goldstandard.
Berechnung
Die Cornell-Kriterien nutzen eine Kombination aus der Extremitätenableitung aVL und einer Brustwandableitung V3. Das Cornell-Kriterium misst die Summe der Amplituden in diesen zwei EKG-Ableitungen, die mathematische Formel lautet: R-Zacke in aVL + S-Zacke in V3. Die Messung erfolgt in Millivolt oder klassisch in Millimetern auf dem EKG-Papier (bei Standardkalibrierung entspricht 1mm = 0,1mV).
Grenzwerte
Weil Frauen anatomisch bedingt im Durchschnitt eine geringere Muskelmasse und einen anderen Brustkorbquerschnitt haben als Männer, ist das Kriterium geschlechtsspezifisch aufgeteilt:
- Frauen: > 20mm / 2mV
- Männer: > 28mm / 2,8mV
Wird dieser Wert überschritten, gilt das Cornell-Kriterium als positiv.
Cornell Duration Product
Das Cornell Duration Product ist eine Ergänzung zu den reinen Spannungsmessungen. Durch die zusätzliche Berücksichtigung der Dauer des QRS-Komplexes werden falsch-negative Ergebnisse reduziert. Es gilt als eines der sensitivsten EKG-Kriterien für die Erkennung einer LVH.
- Cornell Duration Product = (R in aVL + S in V3) [mV oder mm] x QRS-Dauer [ms]
Der Grenzwert beträgt 244 mV × ms bzw. 2440 mm × ms.
Quellen
https://litfl.com/left-ventricular-hypertrophy-lvh-ecg-library/
https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/hypertensionaha.108.118026
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6490563/