Cornell-Kriterien
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LoslegenEnglisch: Cornell voltage criteria
Definition
Die Cornell-Kriterien erfassen das Risiko einer Linksherzhypertrophie (LVH) anhand eines Elektrokardiogramms. Hierfür wird die Summe aus den Amplituden der Extremitätenableitung aVL (R-Zacke) und der Brustwandableitung V3 (S-Zacke) gebildet. Ein Wert über 20 mm bei Frauen und über 28 mm bei Männern gilt hierbei als positiv.
Berechnung
Das Cornell-Kriterium misst die Summe der Amplituden in zwei EKG-Ableitungen, die mathematische Formel lautet:
Die Messung erfolgt in Millivolt oder klassisch in Millimetern auf dem EKG-Papier (bei Standardkalibrierung entspricht 1 mm = 0,1 mV).
Grenzwerte
Weil Frauen anatomisch bedingt im Durchschnitt eine geringere Muskelmasse und einen anderen Brustkorbquerschnitt haben als Männer, ist das Kriterium geschlechtsspezifisch aufgeteilt:
- Frauen: > 20 mm / 2 mV
- Männer: > 28 mm / 2,8 mV
Wird dieser Wert überschritten, gilt das Cornell-Kriterium als positiv.
Cornell-Duration-Product
Das Cornell-Duration-Product ist eine Ergänzung zu den reinen Spannungsmessungen. Durch die zusätzliche Berücksichtigung der Dauer des QRS-Komplexes werden falsch-negative Ergebnisse reduziert. Es gilt als eines der sensitivsten EKG-Kriterien für die Erkennung einer LVH. Die Formel lautet:
Der Grenzwert beträgt 244 mV × ms bzw. 2440 mm × ms.
Zur sicheren Bestätigung und Ausmaßbeurteilung einer LVH ist jedoch die Echokardiographie der Goldstandard.
Quellen
- Burns et al., Left ventricular hypertrophy (LVH), 2024
- Ishikawa et al., Cornell product left ventricular hypertrophy in ECG and the risk of stroke in a general population, 2008
- Djordjevic et al., QTc dispersion and Cornell duration product can predict 10‐year outcomes in hypertensive patients with left ventricular hypertrophy, 2017