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Case-Management

1 Definition

Das Case-Management (deutsch: Fall-Management) ist eine auf den Einzelfall ausgerichtete diskrete, d.h. von unterschiedlichen Personen und in diversen Settings anwendbare Methode zur Realisierung von Patientenorientierung und Patientenpartizipation sowie Ergebnisorientierung in komplexen und hochgradig arbeitsteiligen Sozial- und Gesundheitssystemen [1]. Es ist eine Verfahrensweise in Humandiensten und ihrer Organisation zu dem Zweck, bedarfsentsprechend im Einzelfall eine nötige Unterstützung, Behandlung, Begleitung, Förderung und Versorgung von Menschen angemessen zu bewerkstelligen. Der Handlungsansatz ist zugleich ein Programm, nach dem Leistungsprozesse in einem System der Versorgung und in einzelnen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens effektiv und effizient gesteuert werden können [2] Ziel ist es, im individuellen Fall prozesshaft die zeitlichen und räumlichen Dimensionen des Versorgungsgeschehens zu erfassen, mit den unterschiedlichen Akteuren gemeinsame Ziele festzulegen und über eine bestimmte Zeitspanne oder den gesamten Betreuungsverlauf hinweg die Koordination der Versorgung eines Patienten sicherzustellen. [3]

2 Zur Geschichte

Die Idee des Case Managements entstand um 1990 in den USA vorwiegend in juristischen Arbeitsbereichen. Nachdem zahlreiche medizinische Prozesse zu keiner Einigung geführt hatten, schuf der Bundesgerichtshof (Federal Court) ein Assisted Dispute Resolution Program, das es Richtern ermöglichte, einen Mediator hinzuzuziehen. 1991 wurde diese Regelung auch vom Federal Court of Australia übernommen.

3 Notwendigkeit

Pflegebedürftigkeit und Krankheit:

Kürzere Verweildauern und Wirtschaftlichkeit:

  • höherer Kostendruck z.B. durch den Einsatz von DRGs
  • Gefahr von Schnittstellenproblemen, Diskontinuität in der Versorgung und Versorgungsabbrüchen steigt

Schnittstellen, Diskontinuität, Versorgungsbrüche:

  • mangelnde Vernetzung zwischen den einzelnen Disziplinen und Sektoren

Patientenorientierung:

  • mangelnde psychosoziale Betreuung und Beratung der Patienten

4 Umsetzung

Der Case Manager fungiert als Mittler zwischen allen am Versorgungsprozess beteiligten Disziplinen. Er ist ferner zentraler Ansprechpartner für den Patienten. Der Patient ist in alle Planungen involviert.

Alle Leistungen werden basierend auf einer individuellen Bedarfserhebung vom Case Manager, geplant, implementiert, koordiniert, überwacht und evaluiert. [4] : [1]

5 Siehe auch

6 Quellen

  1. Ewers/Schaeffer 2000
  2. Wendt 2010
  3. Wirnitzer 2002
  4. PflegeWiki

7 Literatur

  • Heike Engel, Dietrich Engels (2000): Case Management in verschiedenen nationalen Altenhilfesystemen. Stuttgart ; Berlin ; Köln : Kohlhammer (Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Bd. 189.1), als PDF-Datei vom Bundesministerium laden
  • Michael Ewers, Doris Schaeffer (2000): Case Management in Theorie und Praxis. Verlag Hans Huber, Bern, 2005 – 2. Auflage. 352 Seiten. ISBN 978-3-456-84272-1
  • R. Gratias: Case Management - Den Patienten zielgerichtet durch den Leistungsprozess führen. Die Schwester/Der Pfleger 2004:43:4:288-292
  • U. Höhmann (2002): Spezifische Vernetzungserfordernisse für chronisch kranke, langzeitpflegebedürftige hochaltrige Menschen. Expertise für den vierten Altenbericht der Bundesregierung. In: Deutsches Zentrum für Altersfragen (Hrsg.) Hochaltrigkeit und Demenz als Herausforderung an die Gesundheits- und Pflegeversorgung, Band III. Vincentz Verlag, Hannover, S. 289 - 428
  • Christine von Reibnitz: "CaseManagement: praktisch und effizient", Springer 2009. Inhalt ISBN 978-3-642-01316-4
  • Axel Schwarz: Case Management in der Pflege. Zertifikatsarbeit, Schweiz, 2006. (Als PDF-Datei online)
  • Wolf Rainer Wendt (2010): " Case Management im Sozial- und Gesundheitswesen. Eine Einführung. Lambertus, Freiburg i.B. - 5. Auflage
  • B. Wirnitzer: Von der koordinierten Entlassung zum Case-Management - Pflege in integrierten Versorgungsformen. Pflege Aktuell 2002:6:332-335

8 Weblinks

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