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Biperspektivische Simultandiagnostik

1 Definition

Der Begriff Biperspektivische Simultandiagnostik bezeichnet Untersuchungsstrategien in der personalen Medizin, die sowohl erklärend (biomedizinisch) als auch verstehend (psychosozial und soziokulturell) vorgehen.

2 Hintergrund

In der biperspektivischen Simultandiagnostik wird der Mensch ganzheitlich betrachtet, wobei das Symptom sowohl in seinem Sinn und seiner Bedeutung (Idiographik) verstanden, als auch in seiner Zahl und seinem Maß (Nomothetik) erklärt wird.

Nomothetik Idiographik
erklärend verstehend
Naturwissenschaften Geisteswissenschaften
Normwerte und Gesetzmäßigkeiten individuell
große Stichproben Einzelfälle
Materie (Hyle) und Biologie (Bios) Seele (Psyche) und Geist (Logos)
Maß und Zahl Sinn, Wert und Bedeutung
somatische Befunde geistige Aspekte
biomedizinisch psychosozial und soziokulturell

3 Drehtürprinzip

Viktor von Weizsäcker verwendet für den Biperspektivismus sinnbildlich das Prinzip einer Drehtür. Die Drehtür verbindet den somatisch-biologischen mit dem seelisch-geistigen Raum. Die Räume sind also getrennt und man kann sich immer nur in einem der beiden Räume aufhalten. Idealerweise bewegen sich Arzt und Patient jedoch gemeinsam in beiden Räumen. Befinden sich Arzt und Patient in unterschiedlichen Räumen oder verbleiben Arzt und Patient in nur einem Raum, sind Diagnostik und Therapie eingeschränkt.

4 Literatur

  • Danzer, G. (2012). Personale Medizin. Bern: Verlag Hans Huber.

Diese Seite wurde zuletzt am 12. Januar 2020 um 23:24 Uhr bearbeitet.

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