Biliäre intraepitheliale Neoplasie
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LoslegenSynonyme: gallengangsintraepitheliale Neoplasie, biliäre Dysplasie
Englisch: biliary intraepithelial neoplasia
Definition
Die biliäre intraepitheliale Neoplasie, kurz BilIN, ist eine mikroskopisch erkennbare, nichtinvasive Neoplasie des Gallenwegsepithels. Sie gilt als Vorläuferläsion des Cholangiokarzinoms.[1]
Ätiologie
BilIN treten gehäuft bei chronisch entzündlichen Erkrankungen der Gallenwege auf, beispielsweise bei primär sklerosierender Cholangitis, Hepatolithiasis und angeborenen Gallengangsanomalien.
Pathologie
Die Läsion ist eine flache oder mikropapilläre Proliferation atypischer Epithelzellen. Nach der aktuellen zweistufigen Einteilung wird zwischen niedriggradiger und hochgradiger BilIN unterschieden. Die frühere Klassifikation unterschied BilIN-1, BilIN-2 und BilIN-3. BilIN-1 und BilIN-2 entsprechen im Wesentlichen der niedriggradigen, BilIN-3 der hochgradigen Form.[2]
Diagnostik
Die Diagnose wird histopathologisch gestellt, meist als Zufallsbefund in Operations- oder Resektionspräparaten. In der Bildgebung sind BilIN aufgrund ihrer geringen Größe meist nicht nachweisbar. Differenzialdiagnostisch sind reaktive Epithelveränderungen und andere biliäre Vorläuferläsionen abzugrenzen, vor allem die intraduktale papilläre Neoplasie der Gallenwege (IPNB).
Klinische Bedeutung
Insbesondere die hochgradige BilIN besitzt ein erhöhtes Progressionsrisiko zum invasiven Cholangiokarzinom. Häufig findet sie sich in der umgebenden Schleimhaut eines bereits manifesten Karzinoms.
Quellen
- ↑ Nakanuma Y et al. Pathologies of Precursor Lesions of Biliary Tract Carcinoma. Cancers (Basel). 2022;14(21):5358. PMID: 36358777.
- ↑ Zen Y et al. Biliary intraepithelial neoplasia: an international interobserver agreement study and proposal for diagnostic criteria. Mod Pathol. 2007;20(6):701-709. PMID: 17431410.