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Arteriae digitales palmares propriae (Veterinärmedizin)

Synonym: Aa. digitales palmares propriae, besondere palmare Zehengefäße

1 Definition

Als Arteriae digitales palmares propriae bezeichnet man die terminalen Aufzweigungen der Arteriae digitales palmares communes. Sie sind bei allen Haussäugetieren ausgebildet.

2 Anatomie

Nachdem sich die Arteriae metacarpeae palmares mit der oberflächlich verlaufenden Arteriae digitales palmares communes verbunden hat, teilt sich jede dieser Verbindungen in zwei besondere Äste auf.

2.1 Verlauf

Die Vereinigung der tiefen und oberflächlichen Zehenarterien erfolgt distal der Articulatio metacarpophalangea, in etwa auf halber Länge der Phalanx proximalis. Aus jeder Vereinigung entspringen zwei besondere Zehengefäße, die Arteriae digitales palmares propriae. Je nachdem welche Zehe sie versorgen, werden die Arterien von medial nach lateral durchnummeriert.

Noch bevor die tiefen und oberflächlichen palmaren Arterien eine Verbindung eingehen, sind die Arteriae digitales palmares communes mit den gleichzähligen Arteriae digitales dorsales communes über Arteriae interdigitales verbunden.

2.2 Äste

Jede Arteria digitalis palmaris propria gibt in etwa auf halber Länge jeder Phalanx jeweils einen Ast an deren Palmar- sowie Dorsalfläche ab. Dadurch wird eine ausreichend arterielle Versorgung der distalen Zehe gewährleistet.

Palmare Äste: Ramus palmaris phalangis proximalis
Ramus palmaris phlanagis mediae
Ramus palmaris phalangis distalis
Dorsale Äste: Ramus dorsalis phalangis proximalis
Ramus dorsalis phalangis mediae
Ramus dorsalis phalangis distalis

Die Rami palmares an derselben Zehe anastomosieren im Bereich jedes Zehengliedes miteinander. Gleichzeitig verbinden sich die Rami dorsales mit den besonderen dorsalen Zehengefäßen (Arteriae digitales dorsales propriae).

Die Rami palmares entlassen zudem in unterschiedlicher Höhe jeweils einen Ramus tori digitalis, der den zugehörigen Zehenballen (Torus digitalis) versorgt. Diese Äste treten von beiden Seiten an den Zehenballen heran und anastomosieren letztendlich. Aus der Anastomose entspringt eine feinlumige Arteria coronalis, die an das Kronpolster herantritt.

2.3 Endäste

Die Arteriae digitales palmares propriae verbinden sich in ihrem Endabschnitt in einem Kanal der Phalanx distalis zum Arcus terminalis. Kleine Ästchen dieser Querverbindung gelangen durch Knochenkanälchen an Wand- und Sohlenfläche und beteiligen sie so an der Vasuklarisation der dortigen Lederhaut. Durch diese Gefäße entsteht in diesem Bereich eine parallel zum Margo solearis laufende Anastomosenkette, die als Arteria marginis solearis bezeichnet wird.

3 Terminologie

Die beiden Äste treten jeweils beiderseits an eine Zehe heran, sodass im Regelfall jede Zehe zwei palmar verlaufende arterielle Gefäße erhält. Neben der Bezifferung (in Bezug auf die Zehe) ergänzen die Begriffe axial und abaxial die Lage an der Zehe (in Bezug auf die Achse). Demzufolge verlaufen z.B. an der dritten Zehe folgende Arterien zehenspitzenwärts:

  • Arteria digitalis palmaris propria III abaxialis
  • Arteria digitalis palmaris propria III axialis

Da beim Pferd lediglich die dritte Zehe ausgebildet ist (2. und 4. Zehe sind rudimentär), werden hier anstatt der Begriffe axial und abaxial die Zusätze lateral und medial verwendet. Gleichzeitig wird auch auf die Bezeichnung propria III verzichtet.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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