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Trommelfellverletzung

(Weitergeleitet von Trommelfelldefekt)

Synonyme: Trommelfelltrauma, Trommelfellperforation
Englisch: injuries of the tympanic membrane

Klassifikation nach ICD-10
H72.- Trommelfellperforation, exkl. nach Entzündung oder persistierend-posttraumatisch
H72.0 Zentrale Perforation des Trommelfells
H72.1 Trommelfellperforation am Recessus epitympanicus
Perforation der Pars flaccida
H72.2 Sonstige randständige Trommelfellperforationen
H72.8 Sonstige Trommelfellperforationen
H72.9 Trommelfellperforation, nicht näher bezeichnet
ICD-10-GM online (Version 2011)

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Unter dem Begriff Trommelfellverletzung versteht man ein durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung hervorgerufenes Trauma des Trommelfells.

2 Ätiopathogenese [bearbeiten]

2.1 Direkte Verletzung [bearbeiten]

Bei der direkten Verletzung des Trommelfell wird die Verletzung durch perforierende Gegenstände hervorgerufen. Dazu gehören z.B. die Einsprengung von heißen Metallstücken beim Schweißen, Verbrennung des Trommelfells, das Einreißen von Narben auf dem Trommelfell durch Tieftauchen oder auch Verletzungen durch Streichhölzer, Q-Tips oder Stricknadeln.

2.2 Indirekte Verletzung [bearbeiten]

Ursache der indirekten Verletzung ist eine rasche Änderung des Luftdruckes, z.B. bei einer Explosion oder beim Aufschlagen auf Wasser.

3 Klinik [bearbeiten]

Die betroffenen Patienten berichten von einem stechenden Schmerz. Das Hörvermögen ist vermindert. Wenn es zusätzlich zu einer Schädigung des Innenohres gekommen ist, wird auch Schwindel angegeben. Taubheit ist möglich. Es kann auch eine Otorrhö vorliegen.

4 Komplikation [bearbeiten]

Bei einer direkten Verletzung sind eine Beschädigung und Luxation der Gehörknöchelchen möglich. Weiterhin kann es zu einer Infektion des Mittelohres kommen und es besteht die Gefahr der Läsion des ovalen Fensters sowie die Gefahr der Perforation der medialen Wand der Paukenhöhle, die zu einer Meningitis und zu einer Labyrinthitis führen kann.

5 Diagnostik [bearbeiten]

Bei der Otoskopie zeigt sich eine schlitzförmige oder auch an den Rändern gezackte Perforation des Trommelfells im Bereich der Pars tensa. Manchmal wird an den Rändern Blut beobachtet. Bei den Untersuchungen nach Rinne und Weber sowie im Audiogramm zeigt sich eine Schallleitungsschwerhörigkeit.

Bei einer Innenohrbeteiligung zeigen sich zusätzlich ein Nystagmus sowie eine Schallempfindungsschwerhörigkeit.

6 Therapie [bearbeiten]

Der Defekt wird zunächst steril abgedeckt, Fremdkörper sollten entfernt werden. Wenn der Trommelfelldefekt über eine längere Zeit anhält, ist eine Tympanoplastik indiziert.

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Udo Paulussen schreibt seit dem 27.10.2012 im Flexikon, hat bereits 126 neue Artikel publiziert und 216 Artikeldetails verbessert.

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