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Rinne-Versuch

nach dem deutschen Arzt Heinrich Adolf Rinne (1819-1868)

1 Definition

Der Rinne-Versuch ist ein schnell durchführbarer, klinisch orientierender Hörtest mithilfe einer Stimmgabel.

2 Durchführung

Eine schwingende Stimmgabel (in der Regel 440 Hz) wird zunächst auf den Processus mastoideus aufgesetzt (Knochenleitung). Der Patient wird gebeten, Bescheid zu geben, wenn der Ton für ihn nicht mehr hörbar wird. Ohne neu anzuschlagen, wird die dann immer noch schwingende Stimmgabel vor das Ohr gehalten (Luftleitung). Der normal hörende Patient hört den Ton wieder, sobald die Stimmgabel vor das Ohr gehalten wird und ist somit "Rinne-positiv". Wenn der Patient den Ton nicht mehr hört, wenn die Stimmgabel vor das Ohr gehalten wird, ist er "Rinne-negativ".

3 Interpretation der Befunde

Im Rinne-Versuch werden die Luftleitung und die Knochenleitung miteinander verglichen. In Kombination mit den Befunden des Weber-Versuchs kann so eine orientierende Zuordnung der Art einer Schwerhörigkeit erfolgen.

3.1 Schallleitungsschwerhörigkeit

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit wird der Ton der Stimmgabel über die Knochenleitung länger und lauter gehört als über die Luftleitung. Nach Verschwinden der Tonempfindung über die Knochenleitung kann die vor das Ohr gehaltene Stimmgabel nicht gehört werden (Rinne-negativ).

3.2 Schallempfindungsstörung

Bei Schallempfindungsschwerhörigkeit wird sowohl über die Knochenleitung, als auch über die Luftleitung weniger gehört. Es kommt jedoch nicht zu einer besseren Knochenleitung als Luftleitung.

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