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Lobus flocculonodularis

Englisch: flocculonodular lobe

1 Definition

Der Lobus flocculonodularis ist ein von außen sichtbarer Teil des Kleinhirns (Cerebellum) und sein phylogenetisch ältester Teil .

2 Anatomie

Der Lobus flocculonodularis des Kleinhirns besteht aus den beiden Flocculi und einem Mittelteil, dem Nodulus vermis. Diese drei Segmente sind durch die Fissura posterolateralis vom Lobus posterior cerebelli getrennt. Der Nodulus geht über einen Stiel (Pedunculus flocculi) in die äußeren paarigen Flocculi über.

Der Lobus flocculonodularis erhält Afferenzen aus dem ipsilateralen Vestibularorgan und aus den Nuclei vestibulares über den Tractus vestibulocerebellaris, der im Pedunculus cerebellaris inferior läuft. Zusätzlich kommen visuelle Afferenzen aus den Colliculi superiores und der Sehrinde (letztere nach Umschaltung in Kerngebieten des Pons).

Seine Efferenzen projizieren sowohl in den Nucleus fastigii des Kleinhirns als auch direkt zurück in die Nuclei vestibulares.

3 Physiologie

Der Lobus flocculonodularis bildet einen funktionellen Anteil des Kleinhirns: das Vestibulocerebellum. Er erledigt primär Gleichgewichtsaufgaben und beeinflusst die Augenmotorik. Hierzu kommen Nervenimpulse aus den Nuclei vestibulares mit Informationen bezüglich Kopfbewegungen und -position. Nach Auswertung dieser Daten sendet der Lobus flocculonodularis Impulse, die Anpassungen und Stabilisierung von Augenbewegungen nach sich ziehen.

Weitere Verarbeitung seiner efferenten Signalen in der Formatio reticularis und in den Nuclei vestibulares führen dann zu korrigierenden Impulsen für die Rumpfmuskulatur und die Extensoren der Extremitäten, um einen normalen Gang und das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

4 Klinik

Läsionen des Lobus flocculonodularis (z.B. durch Alkoholintoxikation (reversibel), oder durch Alkoholismus (irreversibel)) verursachen spontanen Nystagmus, ruckartigen Blickfolgebewegungen, Gleichgewichtsstörungen, Gangataxie (speziell: vestibulocerebellare Ataxie mit schwankendem, breitbeinigem Gang), Astasie und Rumpfataxie (Schwankungen des Rumpfs im Sitzen mit Fallneigung).

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