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Humorale Immunreaktion

von lateinisch: humor - Feuchtigkeit, Saft, Flüssigkeit
Synonym: humorale Immunantwort
Englisch: humoral immunity, antibody-mediated beta cullularis immune system

1 Definition

Als Humorale Immunantwort wird die Produktion von Antikörpern durch die B-Lymphozyten bezeichnet, da die Antikörper ins Blut abgegeben werden. Sie ist Teil des Immunsystems höherer Lebewesen.

Von der humoralen Immunanwort unterschieden wird die Zelluläre Immunreaktion.

2 Einteilung

2.1 TH-unabhängige humorale Immunantwort

Wenn die B-Zell-Rezeptoren eines B-Lymphozyten an ein Nicht-Protein-Antigen binden, wird eine schnelle humorale Immunreaktion initiiert, die keine Mitwirkung der T-Helferzellen (TH) erfordert. Dabei teilen sich die B-Lymphozyten mitotisch und differenzieren sich zu Plasmazellen. Die von ihnen sezernierten Antikörper binden mit einer relativ niedrigen Affinität an das erkannte Antigen.

2.2 TH-abhängige humorale Immunantwort

2.2.1 Prozesse außerhalb des Lymphfollikels

Die Immunantwort auf ein proteinartiges Antigen läuft komplexer ab und erfordert die Mitarbeit von T-Helferzellen. Dieser Prozess spielt sich hauptsächlich in den Lymphfollikeln lymphatischer Organe ab. Mit Hilfe interdigitierender dendritischer Zellen (z.B. Langerhans-Zellen) werden den T-Helferzellen in der T-Zone des lymphatischen Organs Antigenfragmente dargeboten. Dadurch differenzieren sie sich zu TH-Effektorzellen.

B-Lymphozyten, die bereits Kontakt mit dem Antigen hatten, wandern nun in das lymphatische Gewebe ein, wo sie außerhalb der Lymphfollikel auf die T-Helferzellen stoßen. Die Zell-Zell-Interaktionen beider Zelltypen führt dazu, dass sie sich differenzieren. Die B-Zellen werden zu kurzlebigen Plasmazellen, deren Immunglobuline das Antigen binden können. Der Antigen-Antikörperkomplex wird an die Fc-Rezeptoren der follikulären dendritischen Zellen gebunden, wo er aktivierten B-Lymphozyten präsentiert wird. Die T-Effektorzellen sezernieren bei erneuter Konfrontation mit dem Antigen Zytokine.

2.2.2 Prozesse innerhalb des Lymphfollikels

Im Keimzentrum des Lymphfollikels kommt es zu einem massiven Vermehrungsprozess der B-Lymphozyten. In diesem Stadium werden sie als Zentroblasten bezeichnet. Durch Punktmutation (somatic hypermutation) entstehen so am Ende der Proliferationsphase zahlreiche B-Zellen, nun Zentrozyten genannt, die alle eine gewisse Affinität zum Antigen besitzen, aber nicht alle das Antigen gleich stark binden können. Die B-Zellen, die keine ausreichende Affinität zu den von den follikulären dendritischen Zellen präsentierten Antigenen besitzen, werden von den umgebenen T-Lymphozyten im Keimzentrum zur Apoptose getrieben. Ihre Überreste werden schließlich von Makrophagen beseitigt.

Die übrig gebliebenen B-Zellen differenzieren sich zu B-Gedächtniszellen und Effektorzellen, welche den Follikel verlassen und an ihrem Zielort als langlebige Plasmazellen Immungobuline sezernieren, die am stärksten das präsentierte Antigen binden. Die Gedächtniszellen besitzen dieselben Rezeptoren, die das Antigen stark binden, und können bei erneutem Kontakt mit dem Antigen eine schnellere Immunantwort einleiten (Sekundäre Immunantwort).

Fachgebiete: Immunologie

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