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Ohrspeicheldrüse

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Synonyme: Glandula parotidea, Glandula parotis, Parotis
Englisch: parotid gland

Inhaltsverzeichnis

1. Definition [bearbeiten]

Die paarigen Ohrspeicheldrüsen sind die größten Speicheldrüsen des menschlichen Körpers.

2. Anatomie [bearbeiten]

Die Ohrspeicheldrüse befindet sich zum überwiegenden Teil in der Fossa retromandibularis. Topografisch wird das Organ von folgenden Strukturen begrenzt:

Zur Hautoberfläche hin wird die Ohrspeicheldrüse von der Fascia parotidea begrenzt, einer derben bindegewebigen Hülle, die das gesamte Organ umhüllt. Sie bildet auch das oberflächliche und tiefe Blatt der so genannten Parotisloge.

Die etwa 20-30 g wiegende Drüse wird durch den Plexus parotideus des Nervus facialis und die Vena retromandibularis in einer oberflächlichen (Pars superficialis) und einen tiefen (Pars profunda) Teil zerlegt. Ihr Ausführungsgang, der Ductus parotideus verläuft über dem Musculus masseter, durchbricht den Musculus buccinator und mündet gegenüber dem zweiten oberen Molaren in der Papilla ductus parotidei in die Mundhöhle.

3. Histologie [bearbeiten]

Die Ohrspeicheldrüse ist eine rein seröse Drüse, die von Septen aus Bindegewebe durchzogen wird. Die sehr weitlumigen Ausführungsgänge tragen ein ein- bis zweireihiges hochprismatisches Epithel. In den Septen findet man oft Gefäße, Nerven, Ganglien, Lymphfollikel und bei älteren Menschen häufig auch Fettzellen.

4. Innervation [bearbeiten]

Für die parasympathische Innervation der Parotis sind Fasern des Nervus glossopharyngeus (Nervus IX) verantwortlich, die über die Jacobson-Anastomose laufen. Sie regulieren die Speichelbildung. Im Nucleus salivatorius inferior liegen die Zellkörper des ersten Neurons; die des zweiten Neurons sind im Ganglion oticum zu finden.

Wie alle anderen Kopfdrüsen wird die Parotis darüber hinaus auch sympathisch innerviert.

5. Klinik [bearbeiten]

Die häufigste Erkrankung der Ohrspeicheldrüse ist die durch Paramyxoviren ausgelöste Parotitis epidemica (Mumps), die hauptsächlich als Kinderkrankheit auftritt.

In höheren Lebensjahren sind vor allem gutartige oder bösartige Tumoren der Parotis klinisch relevant. Die operative Entfernung von Parotistumoren ist schwierig, da es leicht zu einer Schädigung des Plexus parotideus kommen kann, die zu einer peripheren Fazialislähmung führt.

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