Fixateur externe
Englisch: external fixation
Definition
Ein Fixateur externe ist ein Osteosyntheseverfahren, mit dem versucht wird, eine Fraktur ruhigzustellen. Er besteht aus Metallstangen oder -rahmen, die durch Schrauben oder Drähte mit dem Knochen verbunden werden.
Durchführung
Der Fixateur wird mit Schanzschrauben am Knochen angebracht. Über sogenannte Backen werden diese mit einem Kraftträger verbunden. Die Schrauben werden perkutan eingebracht und der sie verbindende Kraftträger bleibt außerhalb der Weichteile (externe).
Indikation
Die typischen Indikationen für das Verwenden eines Fixateur externe sind Frakturen, bei denen die Weichteilverhältnisse prekär sind. Dies ist zum Beispiel der Fall bei offenen Frakturen oder bei der Primärversorgung von Patienten mit Polytraumata (Damage-Control-Surgery). Er ermöglicht eine frühe Mobilisation, da er die Knochen in der richtigen Position hält, während sie heilen.
Komplikationen
Infektionen
Die sogenannte Pin-Track-Infektion bleibt meist lokal auf die perkutane Eintrittsstelle der Pins/Drähte begrenzt, kann jedoch zu Lockerung, Schmerz, Sekretion und im Verlauf zu einer Instabilität des Fixateurs führen. Die Therapie richtet sich nach Ausmaß und Tiefe der Infektion und umfasst in der Regel lokale Wund-/Pinpflege, ggf. orale Antibiotikatherapie und bei Persistenz oder Lockerung einen Pinwechsel bzw. die Entfernung des betroffenen Implantats. Bei Verdacht auf eine tiefe Infektion (Osteitis) sind eine operative Sanierung und eine gezielte Antibiotikatherapie erforderlich.
Gefäß-Nervenschäden
Gefäß- und Nervenschäden können durch fehlerhafte Pinplatzierung oder Bohrtechnik entstehen. Zur Vermeidung sind anatomische "Safe-Zones", eine stichinzisionsgestützte stumpfe Präparation bis auf den Knochen sowie die Verwendung von Bohr-/Schutzhülsen essenziell. Tiefe Weichteilverletzungen sind bei korrekter Technik selten.
Literatur
- Grifka und Krämer. Orthopädie Unfallchirurgie, Springer-Verlag Berlin Heidelberg. 2013