Anästhetikum
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Loslegenvon altgriechisch: ἀν- ("an") - ohne; αἴσθησις ("aísthēsis") - Empfindung, Wahrnehmung
Synonym: Anaesthetikum
Englisch: an(a)esthetic
Definition
Ein Anästhetikum ist ein Medikament, das eine reversible Verminderung oder Ausschaltung der Empfindung – vor allem der Schmerzempfindung – bewirkt. Je nach Substanzklasse geschieht dies örtlich begrenzt bei erhaltenem Bewusstsein oder zentral im Rahmen einer Narkose. Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet und umfasst zahlreiche Substanzen mit unterschiedlichem Wirkspektrum und -mechanismus.
Einteilung
Man unterscheidet Lokalanästhetika, die eine regional beschränkte Anästhesie bewirken, und Allgemeinanästhetika (Narkotika), die über einen reversiblen Bewusstseinsverlust eine Narkose herbeiführen.
Allgemeinanästhetika werden nach dem Applikationsweg weiter differenziert:
- Inhalationsanästhetika
- volatile Anästhetika (z.B. Isofluran, Sevofluran, Desfluran)
- Lachgas und Xenon
- Injektionsanästhetika (z.B. Propofol, Etomidat, Thiopental, Ketamin), die meisten von ihnen wirken als Hypnotika
Im Rahmen einer Narkose werden Anästhetika in der Regel mit weiteren Substanzgruppen kombiniert, die selbst keine Anästhetika im engeren Sinne sind, im klinischen Sprachgebrauch aber dennoch teilweise als solche bezeichnet werden:
- Opioide (z.B. Fentanyl, Sufentanil, Remifentanil): Sie dienen der Analgesie.
- Muskelrelaxantien (z.B. Rocuronium): Sie führen zu einer Muskelrelaxation, die v.a. für die Intubation, aber auch die Operation selbst wichtig ist.
- Benzodiazepine (z.B. Midazolam): Sie werden vorwiegend zur Prämedikation und Sedierung eingesetzt.
Wirkmechanismus
Lokalanästhetika blockieren reversibel spannungsabhängige Natriumkanäle in der Membran von Nervenfasern und verhindern dadurch die Entstehung und Fortleitung von Aktionspotenzialen. Bevorzugt werden dünne, schmerzleitende Fasern erfasst.[1][2]
Allgemeinanästhetika wirken überwiegend zentral am ZNS über ligandengesteuerte Ionenkanäle. Die meisten Substanzen (u.a. Propofol, Etomidat, Barbiturate und volatile Anästhetika) verstärken die hemmende Wirkung am GABAA-Rezeptor, während Ketamin, Lachgas und Xenon vor allem als Antagonisten am NMDA-Rezeptor wirken. Dadurch werden Bewusstsein, Schmerzverarbeitung und Reflexaktivität gedämpft.[3]
Medikamente in der Anästhesie
Die folgende Übersicht enthält wichtige Medikamente und deren Dosierungen in der Anästhesie.
Quellen
- ↑ Amboss; Lokalanästhetika; abgerufen am 26.10.2026
- ↑ Ozbay S, Ayan M, Karcioglu O. Local Anesthetics, Clinical Uses, and Toxicity: Recognition and Management. Curr Pharm Des. 2023;29(18):1414-1420.
- ↑ Amboss; Allgemeinanästhesie; abgerufen am 26.10.2026