Funktionelle Magnetresonanztomographie
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Synonyme: fMRT, Funktionelle Magnetresonanztomografie
Englisch: Functional magnetic resonance imaging, fMRI
1. Definition
Die Funktionelle Magnetresonanztomographie ist eine auf den Physiker Kenneth Kwong zurückgehende Variante der Magnetresonanztomographie. Die Methode misst Veränderungen der Gewebsdurchblutung (rCBF) in den verschiedenen Hirnregionen, die durch den Energiebedarf aktiver Nervenzellen hervorgerufen werden. Sie kann dadurch funktionelle Abläufe im Gehirngewebe in Form von Schnittbilderserien darstellen.
Unter dem Begriff "funktionelle Magnetresonanztomographie" wird darüber hinaus auch die kinematische Magnetresonanztomographie eingeordnet.
2. Grundlagen
Grundlage für die Darstellung des fMRT ist der so genannte BOLD-Effekt, der die unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von sauerstoffreichem und sauerstoffarmem Blut zur Signaldetektion nutzt, genauer gesagt den Unterschied zwischen Oxyhämoglobin und Desoxyhämoglobin.
Oxyhämoglobin ist diamagnetisch und hat keinen Einfluss auf die magnetischen Eigenschaften des umgebenden Gewebes. Desoxyhämoglobin hingegen ist paramagnetisch. Diese Eigenschaft führt zu diskreten, aber darstellbaren Magnetfeldveränderungen.
Bei der einer Stimulation von Gehirnarealen kommt es zu einer umschriebenen Stoffwechselsteigerung, die sich regional durch einen gesteigerten zerebralen Blutfluss manifestiert. Dadurch verändert sich das Verhältnis von oxigeniertem zu desoxigeniertem Hämoglobin, was eine Signaländerung nach sich zieht. Werden die Aufnahmen zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten (Ruhezustand vs. stimulierter Zustand) gemacht, können sie durch statistische Testverfahren miteinander verglichen werden. Die stimulierten Areale werden dann vom Computer räumlich zugeordnet und visuell dargestellt.
3. Aussagekraft
Die fMRT kann in einem Zeitfenster von wenigen Sekunden Nervenzellaktivitäten millimetergenau lokalisieren. Sie ermöglicht dadurch neue Einblicke in die Funktionsabläufe des Gehirns, vor allem in die Topografie von kognitiven und emotionalen Vorgängen. Bei der Auswertung der Daten muss beachtet werden, dass die Veränderung der Hämodynamik im Gehirngewebe nicht direkt mit der neuronalen Aktivität auftritt, sondern erst nach einer Latenzzeit von einigen Sekunden.
4. Einsatzgebiete
Die fMRT wird zur Zeit (2009) u.a. zur Operationsvorbereitung neurochirurgischer Eingriffe, in der Hirnforschung und im Neuromarketing eingesetzt.